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KV Westfalen Lippe kritisiert Kassenhaltung bei Honorarverhandlungen

Mittwoch, 5. Juni 2013

Dortmund – Die Haltung der Krankenkassen in Westfalen-Lippe bei den aktuellen Honorarverhandlungen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils kritisiert. „Leider zeichnet sich ab, dass die Krankenkassen auch weiterhin nicht bereit sind, die Finanzmittel für Westfalen-Lippe zu erhöhen. Das heißt, sie zementieren die ‚rote Laterne’ Westfalen-Lippes und erweisen unserer Region damit einen Bärendienst“, sagte der Zweite KV-Vorsitzende Gerhard Nordmann.

Für die ambulante Versorgung der Patienten steht in Westfalen-Lippe laut der KV bundesweit das geringste Finanzvolumen zur Verfügung, nämlich rund 325 Euro pro Jahr und Versichertem. Der Bundesdurchschnitt lag 2012 mit 352 Euro hingegen deutlich höher.

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Auch ärztliche und psychotherapeutische Berufsverbände und freie Verbände in Westfalen-Lippe haben den Verhandlungsführer der Krankenkassen in einem offenen Brief aufgefordert, das unterdurchschnittliche Vergütungsniveau ärztlicher Leistungen in Westfalen-Lippe zu beenden.

„Das von Ihnen vorgelegte, inakzeptable Honorarangebot würde die Benachteiligung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten und damit auch der Patienten in Westfalen-Lippe für die Zukunft festschreiben. Geringere Versorgungspauschalen bedeuten weniger Arzthelferinnen, weniger moderne Medizintechnik, weniger Arztzeit“, heißt es in dem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der AOK NordWest, Martin Litsch.

Der derzeitige Finanzrahmen führt laut der KV zu einem klaren Wettbewerbsnachteil bei der Suche nach jungen Medizinern und trage dazu bei, dass immer mehr Ärzte in Westfalen-Lippe keinen Praxisnachfolger fänden.

Nach aktuellen Berechnungen der KVWL sind von den knapp 4.900 Hausärzten in Westfalen-Lippe rund 40 Prozent über 60 Jahre alt. In den nächsten Jahren suchten demnach rund 2.000 Hausärzte einen Praxisnachfolger. © hil/aerzteblatt.de

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