Mitarbeitermangel ist größte Herausforderung für kommunale Krankenhäuser
Mittwoch, 5. Juni 2013
dpa
Berlin – Personalengpässe und der Kostendruck sind die beiden größten Herausforderungen für die kommunalen Krankenhäuser in Deutschland. Das zeigt eine gleichnamige Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die heute erschienen ist. Danach klagen 86 Prozent der Befragten in den Kliniken über Personalengpässe beim Pflegepersonal, 79 Prozent bei Ärzten.
Der Handlungsdruck bei Personalentwicklung und Finanzierung ist daher hoch: 72 Prozent der Studienteilnehmer räumen dem Bereich Personal maximale Priorität ein, 61 Prozent dem Bereich Investition und Finanzen, 52 Prozent dem Controlling und Kostenmanagement.
Arbeitsrechtskonforme Arbeitszeitmodelle sind laut der Untersuchung im ärztlichen Bereich flächendeckend Standard. Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung seien bei der Hälfte der Kliniken noch im Aufbau. Etwa ein Drittel verzichtet auf variable Vergütungs- und Anreizsysteme, berichtet Deloitte.
Derzeit bewegt sich die Investitionsquote laut Deloitte bei fünf Prozent – in der Gesamtwirtschaft liegt sie bei 17,6 Prozent. Hinzu komme ein verschärfter Standortwettbewerb der einzelnen Häuser, so dass die Beziehungspflege zu niedergelassenen Ärzten immer wichtiger werde. Qualitätsmanagement, Aufbauorganisation und Strategieentwicklung haben laut der Untersuchung deutlich weniger Priorität als noch vor kurzem.
„Um den veränderten Anforderungen begegnen zu können, müssen die Kliniken Zukunftssicherungsstrategien entwickeln, unterstützt durch Analysen ihres Leistungsspektrums sowie Prognosen zu deren Bedarfsentwicklung. Wer zudem Kosten- und Leistungstransparenz bietet, kann interne Effizienz und Außendarstellung erfolgreich kombinieren – und damit den künftigen Herausforderungen entsprechen“, meint Gregor-Konstantin Elbel, Leiter Life Science und Health Care bei Deloitte.
Die Gesellschaft befragte für ihre Untersuchung die Geschäftsführer von 40 kommunalen Krankenhäusern und führte Einzelinterviews mit Ärzten und Gesundheitsökonomen. © hil/aerzteblatt.de
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