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Vorhofflimmern als kognitives Risiko

Donnerstag, 6. Juni 2013

Birmingham – Patienten mit Vorhofflimmern bauen im Alter geistig früher und stärker ab als andere Menschen. Dies geht aus einer prospektiven Beobachtungsstudie hervor, die jetzt in Neurology (2013; doi: 10.1212/WNL.0b013e31829a33d1) veröffentlicht wurde.

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Vorhofflimmern erhöht nachgewiesenermaßen das Risiko auf einen Schlaganfall, der ein bekannter Risikofaktor für einen kognitiven Abbau ist. Die Untersuchung von Evan Thacker von der Universität von Alabama in Birmingham deutet jedoch darauf hin, dass auch Patienten mit Vorhofflimmern, die niemals an einem Schlaganfall erkrankt sind, ein erhöhtes Risiko haben.

Die Untersuchung basiert auf 5.150 Männern und Frauen im Alter über 65 Jahren, die an der Cardiovascular Health Study teilgenommen haben. Sie werden seither jedes Jahr einem erweitertem Mini-Mental-Status-Test (3MSE mit 100 Einzelpunkten) unterzogen.

Wie Thacker berichtet, hatten Patienten, bei denen zwischenzeitig ein Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, einen beschleunigten kognitiven Abbau. So verloren Teilnehmer ohne Vorhofflimmern zwischen dem 80. Und 85. Lebensjahr im Durchschnitt 6,4 Punkte. Mit Vorhofflimmern betrug der Rückgang dagegen 10,3 Punkte.

Dies bedeutet, dass Patienten mit Vorhofflimmern früher einen 3MSE-Score von 78 Punkten erreichen, bei dem der Verdacht auf eine Demenz besteht. Diesen Schwellen­wert erreichten Patienten mit Vorhofflimmern im Durchschnitt mit 85 Jahren und damit zwei Jahre früher als die Studienteilnehmer ohne Vorhofflimmern.

Die Ursache für den beschleunigten kognitiven Abbau kann die Studie nicht klären. Es könnte jedoch sein, dass Patienten mit Vorhofflimmern aufgrund einer Thrombenbildung im linken Vorhof häufiger embolische Mikroinfarkte im Gehirn erleiden, die klinisch nicht bemerkt werden, in der Summe aber die kognitive Kompetenz langsam einschränken. © rme/aerzteblatt.de

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