Ausland

Künstliche Befruchtung in Polen bald fast gratis

Freitag, 7. Juni 2013

Warschau – Polen zahlt ab 1. Juli Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch eine künstliche Befruchtung. Das Gesundheitsministerium in Warschau veröffentlichte dazu gestern eine Liste mit 23 Kliniken und Ambulanzen, die an dem voraussichtlich mehr als 60 Millionen Euro teuren Regierungsprogramm teilnehmen. Den Angaben zufolge stellt der Staat umgerechnet 1.760 Euro für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) bereit. Die Kosten für notwendige Hormonpräparate trägt er jedoch nicht.

Bislang müssen in Polen Paare eine künstliche Befruchtung aus eigener Tasche zahlen. Ministerpräsident Donald Tusk hatte die Kostenübernahme für die IVF-Methode im Oktober nach langem Streit auch innerhalb seiner rechtsliberalen Bürgerplattform angekündigt.

Anzeige

Diese Behandlung sollten sich nicht nur Reiche leisten können, erklärte er. Die rechtskonservative Opposition und die katholische Kirche lehnen die Subventionierung der künstlichen Befruchtung strikt ab, weil dabei Embryonen selektiert und vernichtet würden.

Von dem zunächst für drei Jahre geltenden Programm sollen auch unverheiratete Paare profitieren. Frauen zwischen 18 und 40 Jahren, die trotz einjähriger anderer Behandlungen nicht schwanger wurden, werden bis zu drei Versuche künstlicher Befruchtung bezahlt. Die Kliniken müssen die Behandlungen genau dokumentieren.

Seit mehr als 25 Jahren werden in Polen menschliche Eizellen im Reagenzglas befruchtet. Mangels jeglicher gesetzlicher Regeln ist die Vernichtung von Embryonen dort nicht verboten. Polnischen Medienberichten zufolge droht Warschau eine hohe Strafe der EU-Kommission, weil es die Bestimmungen zur künstlichen Befruchtung nicht umgesetzt habe. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.343 News Ausland

Nachrichten zum Thema

08.11.16
„Ein funktionstüchtiges Spermienreservoir ist unerlässlich für die Befruchtung.“
Leipzig – Glykokonjugate auf dem Eileiterepithel und der Spermienplasmamembran spielen eine Rolle bei der Bildung eines Spermienreservoirs. Das zeigen Studien aus München und Dublin. Die Formierung......
31.10.16
Berlin – Deutliche Kritik an dem von der Bundesregierung geplanten Samenspenderregistergesetz übt die Bundesärztekammer (BÄK). Es sei versäumt worden, „wesentliche gesellschaftspolitische und......
24.10.16
Erfurt – Unverheiratete Paare nutzen die seit diesem Jahr mögliche Förderung für Kinderwunschbehandlung in Thüringen. Insgesamt hätten in diesem Jahr bisher 591 Paare einen Förderantrag gestellt,......
18.10.16
Medizinisch assistierte Reproduktion: Frauen über 40 profitieren
Adelaide – Frauen über 40 tragen aufgrund ihres Alters ein erhöhtes Risiko, dass ihr Kind mit einem Geburtsschaden zur Welt kommt – vor allem, wenn sie sich für eine medizinisch assistierte......
18.10.16
Madrid – Eine 62 Jahre alte Frau hat in Spanien ein gesundes Kind zur Welt gebracht. Das Mädchen war bereits in der vergangenen Woche bei einem zeitlich programmierten Kaiserschnitt in Lugo in der......
17.10.16
Samenspende: Bundesweites Register geplant
Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will ein Register für Samenspender aufbauen, damit Kinder aus künstlicher Befruchtung immer die Identität ihres leiblichen Vaters erfahren können. Zu......
17.10.16
Hannover – Obwohl der Bundesgerichtshof (BGH) Anfang 2015 geurteilt hatte, dass Kinder grundsätzlich ein Recht darauf haben, den Namen ihres biologischen Vaters zu erfahren, verweigerte eine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige