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Bundesbürger von Krankenhäusern nicht immer überzeugt

Freitag, 7. Juni 2013

Villingen-Schwenningen/Berlin – Sechs von zehn Deutschen sind nicht davon überzeugt, im Krankenhaus die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung der Schwenninger Krankenkasse unter 1.000 Bundesbürgern. Zudem sind sich knapp drei Viertel der Befragten nicht sicher, ob sie den medizinischen Empfehlungen der Kliniken noch vertrauen können.

Gleichzeitig gab jeder Zweite an, schon mal bezweifelt zu haben, ob eine Behandlung im Krankenhaus medizinisch sinnvoll ist. Drei von vier Befragten wünschen sich daher eine bessere Unterstützung ihrer Krankenversicherung. „Wir Kassen sehen uns in der Pflicht, hier den Versicherten stärker zur Seite zu stehen“, sagt Thorsten Bröske, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse.

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„So wünschen wir uns, dass Versicherte sich schon vor der Einweisung in eine Klinik an uns wenden, um Rat über die geplante medizinische Behandlung einzuholen.“ Bröske forderte gleichzeitig den Gesetzgeber auf, die Kriterien zu überarbeiten, nach denen Kliniken ihr Geld erhalten. „Denn die bestehenden Anreize zur Überversorgung gehen auf Kosten der Patienten und sind daher dringend abzuschaffen“, so der Kassenchef.

Laut Studie zeigten sich demnach auch 61 Prozent der Befragten überzeugt, dass die Vielzahl der Operationen in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Interessen steht. Entsprechend fordern fast neun von zehn Bundesbürgern, die Qualität sollte bei der Finanzierung der Krankenhäuser stärker in den Vordergrund rücken.

Kassenverband fordert umfassende Änderungen
Auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mahnt umfassende Strukturreformen im Krankenhausbereich an. „Die Kliniken in Deutschland brauchen nicht schon wieder eine Finanzspritze, sondern grundlegende Verän­derungen“, Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes. Nach Hochrechnungen des GKV-Spitzenverbandes werden die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr erstmals mehr als 64 Milliarden Euro an die Kliniken in Deutschland überweisen.

Lanz zufolge wären grundlegende Strukturreformen die richtige Therapie mit einem echten Zusatznutzen für die Patienten. Ziel sei, einerseits die Notfallversorgung in der Fläche zu sichern und andererseits Spezialoperationen nicht mehr in jeder „Wald- und Wiesen-Klinik“ zu machen. „Es ist nicht in Ordnung, wenn Krankenschwestern ausbaden müssen, dass der Kliniksektor sich strukturellen Veränderungen verweigert“, unterstrich der Verbandssprecher. Statt des rhythmischen Rufens der Krankenhausvertreter nach mehr Geld brauche es den Willen zu grundlegenden Strukturreformen. © hil/aerzteblatt.de

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