Trisomien: Bluttest ist konventionellem Screening in Studie überlegen
Freitag, 7. Juni 2013
dpa
London – Der Nachweis von fetaler DNA im Blut der Mutter in der zehnten Schwangerschaftswoche hat in einer Studie in Ultrasound in Obstetrics and Gynecology (2013; doi: 10.1002/uog.12504) Trisomien zuverlässiger erkannt als das derzeitige kombinierte Screening.
Die Pränataldiagnose einer Trisomie erfordert eine Amniozentese oder eine Chorionzottenbiopsie, die beide mit einer wenn auch geringen Rate von induzierten Aborten einhergehen. Deshalb wird ein Screening vorgeschaltet. Es besteht heute beispielsweise aus einer Ultraschalluntersuchung in der 12. Schwangerschaftswoche mit Messung der Nackentransparenz sowie aus einem Bluttest, der verschiedene Schwangerschaftshormone bestimmt. Seit einiger Zeit werden neue Bluttests angeboten, die fetale DNA im Blut der Mutter nachweisen können. Bei einer Trisomie kommt es zu einer relativen Zunahme, die eine relativ zuverlässige Vorhersage erlaubt.
Anzeige
Kypros Nicolaides vom King's College London hat den Bluttest der US-Firma Ariosa Diagnostics (nicht identisch mit dem in Deutschland vertriebenen PrenaTest von LifeCodexx) mit einem konventionellen Ersttrimester-Screening an 1,003 Schwangeren verglichen. Das Ersttrimester-Screening bestand aus dem Nachweis von PAPP-A und freiem Beta-hCG in der 10. Woche und einer Ultraschalluntersuchung in der 12. Woche.
Der Bluttest auf freie fetale DNA wurde in der 10. Woche durchgeführt. Die Testergebnisse lagen in der 12. Woche vor, so dass beide Strategien zum gleichen Zeitpunkt ein Ergebnis lieferten. Ein gewisses Manko des neuen Bluttests war, dass er nur in 984 Fällen durchgeführt werden konnte. In den anderen Fällen hatte es Fehler bei der Materialentnahme, beim Versand oder dem Test gegeben.
Der Bluttest erkannte wie auch das kombinierte Screening in 17 Fällen eine Trisomie, darunter war ein falschpositiver Fall, der in der invasiven Diagnostik nicht bestätigt werden konnte. Die Häufigkeit falschpositiver Ergebnisse betrug danach 0,1 Prozent und war damit deutlich günstiger als die Rate von 3,4 Prozent des kombinierten Screenings, dass sich in 33 Fällen geirrt hatte.
Die Genauigkeit ist demnach fast „diagnostisch“, wie Nicolaides meint, auch wenn vor der Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruchs sicherlich eine Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zur Bestätigung durchgeführt werden dürfte. Nicolaides gibt den Preis des neuen Tests mit derzeit 400 Pfund an. Er wäre demnach teurer als die konventionellen Tests mit 180 Pfund.
Madison – US-Forscher haben Hirnzellen von Menschen mit Down-Syndrom in Nervenzellen verwandelt. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (Online) vorgestellten Ergebnisse geben neue...
Berlin – Der Deutsche Ethikrat fordert eine Stärkung der Patientenrechte durch Maßnahmen zur verbesserten Information, Aufklärung und Beratung der Bevölkerung. Dazu seien angesichts eines immer...
New York – Eine Microarray-Analyse hat in einer Vergleichsstudie alle wesentlichen Befunde der Karyotypisierung in der Pränataldiagnostik gefunden und darüber hinaus weitere Gendefekte entdeckt. Die...
Genua – Eine Lithiumtherapie hat in einem Mäusemodell des Down-Syndroms die Bildung neuer Nervenzellen im „Gedächtniszentrum“ Hippocampus angeregt und die Leistungen in kognitiven Tests verbessert. Ob...
Konstanz – Der ethisch umstrittene Schwangeren-Bluttest auf das Downsyndrom verzeichnet eine wachsende Nachfrage. Mittlerweile bieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 150 Praxen und...
Hamburg – Auf die im Gendiagnostikgesetz vorgeschriebene ausführliche ärztliche Beratung vor dem sogenannten Praena-Test zur Früherkennung von Trisomie 21 hat die Ärztekammer Hamburg hingewiesen. Mit...
Konstanz – Einen Monat nach der Markteinführung des umstrittenen Bluttests zur Erkennung der Trisomie 21 während der Schwangerschaft wird das Verfahren offenbar schon von Dutzenden Praxen in...
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.