Politik

Mehr Leistungen für Demenzkranke

Montag, 10. Juni 2013

Köln – Die Pflegeversicherung soll künftig mehr Betreuungsleistungen für Demenzkranke bezahlen. Das geht aus einem Gutachten des vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Pflegebeirats hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt. Würden die Empfehlungen umgesetzt wäre das die umfassendste Reform seit Einführung der Pflegeversicherung. Wie die Neuerungen finanziert werden sollen, ist offen.       

Nach den Vorstellungen des „Expertenbeirates zur konkreten Ausgestaltung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs“ sollen Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz mehr Geld aus der Pflegeversicherung erhalten. Betreuung für Demenzkranke soll künftig keine zusätzliche Leistung mehr sein, sondern eine regelhafte Säule. Das wäre eine Abkehr vom bisher körperlich orientierten Pflegebegriff. Außerdem soll es künftig nicht mehr drei sondern fünf Pflegestufen geben.      

Anzeige

Der Beirat war im März 2012 von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eingesetzt worden. Bei dem nun bekannt gewordenen 218-Seiten-Gutachten handelt es sich um einen Entwurf. Endgültig vorgelegt werden die Vorschläge voraussichtlich am 24. Juni. Mit einer Umsetzung der Reform ist erst nach der Bundestagswahl zu rechnen.

Finanzielle Auswirkungen werden in dem Bericht mit dargestellt – anhand von Bei­spielrechnungen. Es heißt jedoch auch, man wolle sich nicht auf ein konkretes Rechenbeispiel je nach Ausgestaltung festlegen. 

Das Gutachten fußt auf Vorschlägen, die bereits 2009  vom damaligen „Beirates zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs“ vorgelegt wurden. Die Umsetzung hätte bis zu vier Milliarden Euro jährlich gekostet. © BH/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

H.-D. Falkenberg
am Dienstag, 11. Juni 2013, 11:13

Mehr Leistungen für Demenzkranke

Die Finanzierung dieser Leistungen..........Ganz einfach: wenn die Krankenkassen ihren Verpflichtungen nachkommen, die vom Pflegepersonal in vollstationären Einrichtungen (SGB XI) erbrachten ärztlichen Leistungen finanziell zu übernehmen (wie dies übrigens im ambulanten Bereich erfolgt!), erhalten nach Berechnungen in einem Gutachten aus dem Jahr 1996 (!?), das mir vorliegt, die Pflegekassen ca. 1,5 Milliarden Euro. Diese können dann hierfür Verwendung finden. Wenn schon reformieren, dann richtig!
5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

28.07.16
Montreal – Ein Wirkstoff, der im Gehirn die Aggregation von Tau-Fibrillen verhindern soll, hat in einer Phase-3-Studie die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Nach den Ergebnissen, die auf einer......
28.07.16
Irvine – Alte Menschen, die einen schlechten Gleichgewichtssinn haben, könnten ein erhöhtes Demenzrisiko tragen. Davon gehen Forscher der University of California aus. Die Arbeitsgruppe um Szofia......
26.07.16
New York – Die bei der Alzheimerkrankheit typischen Tau-Proteine wandern über den extrazellulären Raum und könnten so andere Zellen infizieren. Möglicherweise spielt dies eine Rolle bei der......
19.07.16
Alzheimer Gesellschaften fordern, Kranke weniger zu fixieren
Düsseldorf – Angehörige von Menschen mit Demenz wollen die Verwendung von Gurten und Gittern bei den Kranken deutlich verringern. „Es wird viel zu viel festgegurtet“, sagte Regina Schmidt-Zabel,......
06.07.16
Berlin – Union und SPD haben gestern entschieden, dass über die gruppennützige Forschung an nichteinwilligungsfähigen Menschen wie etwa Demenzkranken erst nach der Sommerpause im Bundestag beraten......
05.07.16
Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die gruppennützige Forschung an nichteinwilligungsfähigen Menschen – wie zum Beispiel Demenzkranken – erleichtern. Obwohl sich Union und SPD......
30.06.16
Gruppennützige Forschung: Union und SPD bringen gemeinsamen Antrag ein
Berlin – Union und SPD haben sich im Streit um die gruppennützige Forschung an nichteinwilligungsfähigen Menschen wie zum Beispiel Demenzkranken auf einen gemeinsamen Änderungsantrag verständig. Zuvor......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige