1.772 News Hochschulen

Hochschulen

Datenbank soll Arzneimitteltherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbessern

Dienstag, 11. Juni 2013

Würzburg – Eine Initiative zur besseren Arzneimitteltherapie von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen koordiniert die Universitätsklinik Würzburg. Hintergrund ist, dass die meisten Psychopharmaka, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie verwendet werden, offiziell nur für Erwachsene zugelassen sind. Bei Kindern und Jugendlichen können Arzneimittel aber anders wirken als bei Erwachsenen.

Oberärztin Karin Egberts aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitäts­klinikums Würzburg nennt dafür ein Beispiel: „Bei Kindern arbeitet die Leber oft schneller als bei Erwachsenen. Als Folge davon werden manche Medikamente rascher abgebaut – ihre Dosierung muss dann höher sein als bei Erwachsenen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen“, so Egberts.

Anzeige

Die Würzburger wollen jetzt eine schon seit 2008 existierende Datenbank nutzen und ausbauen, welche das bundesweite Kompetenznetz „Therapeutisches Drug-Monitoring in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ aufgebaut hat. Sie zeigt, welche Medikamente in welcher Dosis gegen welche Krankheit verordnet werden und wie es um Wirkung und Nebenwirkungen bestellt ist.

Künftig sollen vermehrt Daten aus dem sogenannten Therapeutischen Drug-Monitoring in der Datenbank erfasst werden. Dabei messen die Ärzte regelmäßig die Konzentration der Medikamente im Blut der Patienten und gleichen sie mit der Wirkung der Therapie ab.

Die Blutproben fast aller Patienten werden in Würzburg analysiert, im Labor von Jürgen Deckert, dem Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik. Zudem will die Arbeitsgruppe um Egberts die Datenbank um Eigenbewertungen der Patienten ergänzen, um festzustellen, bei welcher Dosierung die Patienten auch subjektiv profitieren.

Federführend bei der Auswertung sind die Kinder- und Jugendpsychiatrien der Universitätskliniken Ulm und Würzburg. Außerdem wirken 15 weitere Zentren des Kompetenznetzes und niedergelassene Fachärzte mit. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fördert das Projekt. © hi/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
1.772 News Hochschulen

Nachrichten zum Thema

19.06.13
Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA untersucht zwei Todesfälle, zu denen es drei bis vier Tage nach der intramuskulären Injektion des atypischen Neuroleptikums Olanzapin gekommen ist. Die...
17.06.13
Unterschleißheim – Baxter Deutschland will Numeta G13%E, eine parenterale Nährstofflösung für Frühgeborene, vorübergehend vom Markt nehmen. Anlass sind mehrere Berichte über eine Hypermagnesiämie bei...
17.06.13
Berlin – „Das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit ist eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, auf dem „Deutschen Kongress für Patientensicherheit...
14.06.13
Schmerzmittel: EMA will Anwendung von Diclofenac, Codein und Flurpitin einschränken
London – Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PARC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat neue Bewertungen zu den Wirkstoffen Diclofenac, Codein und Flurpitin...
05.06.13
Bonn – Der Hersteller Janssen hat die beiden hormonellen Kontrazeptiva Cilest und Pramino vom Markt genommen. Als Grund wird eine „geringfügig verlangsamte“ Freisetzung des Wirkstoffs Norgestimat aus...
30.05.13
Meta-Analyse bestätigt kardiovaskuläre Risiken von NSAID
Oxford – Eine neue Meta-Analyse, vermutlich die auf längere Zeit umfassendste zu dieser Frage, bestätigt, dass die beiden häufig verwendeten nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) Diclofenac und...
24.05.13
EMA: Sechs Rezepte gegen Medikationsfehler
London – Viele unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) gehen auf Verordnungsfehler der Ärzte oder Einnahmefehler der Patienten zurück. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) fühlt sich deshalb...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in