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Pädiatrie: Antibiotic Stewardship in Studie erfolgreich

Mittwoch, 12. Juni 2013

Philadelphia. Eine einstündige Schulung in der Praxis in Kombination mit personalisierten Audits und Feedbacks haben in einer randomisierten Studie die Zahl der nicht-leitlinien­konformen Antibiotikaverordnungen von Pädiatern gesenkt. Die Publikation im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 2345-2352) zeigt, dass ein „Antibiotic Stewardship“ im niedergelassenen Bereich möglich ist.

Der Begriff „Antibiotic Stewardship“ fasst Strategien zum rationalen Einsatz von Antiinfektiva zusammen. Die Publikation von Leitlinien allein hat sich hier als weitgehend unwirksam erwiesen, vor allem wenn, wie bei akuten Atemwegserkrankungen im Kindesalter, Sicherheitsdenken des Arztes und Verordnungswunsch der Eltern zusammentreffen.

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Pädiater rezeptieren auch bei offensichtlich viralen Infekten gerne „vorbeugend“ ein Antibiotikum und wählen bei bakteriellen Infekten vorsichtshalber ein Breitband-Antibiotikum aus, auch wenn Penicilline wirksam wären. Dies hat dazu geführt, dass Antibiotika zu den am häufigsten verordneten Medikamenten in der Pädiatrie gehören.

Jeffrey Gerber vom Children’s Hospital of Philadelphia und Mitarbeiter zeigen jetzt, dass sich Pädiater durchaus zu einer zurückhaltenden Verordnung bewegen lassen. Das „Antibiotic Stewardship“ bestand zunächst aus einem einstündigen Besuch in der Praxis, in denen Gerber den Ärzten die rationale Antibiotikaverordnung nahelegte. Es folgten personalisierte Audits und Feedbacks, in denen die Ärzte ihre Verordnungszahlen mit denen ihrer Kollegen (als Gesamtheit) vergleichen konnten.

Verordnung von Breitbandantibiotika halbiert
Diese Kombination zeigte Wirkung. In den acht Gruppenpraxen (mit 86 Ärzten), die im Rahmen einer Studie auf das „Antibiotic Stewardship“ gelost worden waren, halbierte sich die Verordnung von Breitbandantibiotika von 26,8 auf 14,3 Prozent aller akuten Atemwegsinfektionen. In der Kontrollgruppe, in der nur das Verordnungsverhalten überwacht wurde, kam es zu einem Rückgang von 28,4 auf 22,6 Prozent.

Am größten war der Einfluss auf das Verordnungsverhalten bei Pneumonien. Unter dem Antibiotic Stewardship sank der Anteil der nicht-leitlinienkonformen Antibiotika­verordnungen von 15,7 auf 4,2 Prozent (in der Kontrollgruppe von 17,1 auf 16,3 Prozent). Bei der akuten Sinusitis ging der nicht-leitlinienkonforme Einsatz von Breitbandantibiotika von 38,9 auf 18,8 Prozent zurück (Kontrollgruppe 40,0 auf 33,9 Prozent).

Auch bei der Streptokokken-Pharyngitis wurden seltener Breitbandantibiotika verordnet (4,4 auf 3,4 Prozent versus 5,6 auf 3,5 Prozent in der Kontrollgruppe). Bei viralen Infekten war die nicht-leitlinienkonforme Antibiotikaverordnung bereits vor Beginn der Studie niedrig gewesen, so dass kein Vorteil des Antibiotic Stewardship erkennbar wurde.

Gerber betrachtet die Ergebnisse als einen Beleg dafür, dass das „Antibiotic Stewardship“ in der Praxis erfolgreich sein kann. Unklar bleibt allerdings, ob die Ergebnisse auch von Dauer sind. Die Studie war auf 12 Monate begrenzt. © rme/aerzteblatt.de

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