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Hohe Morbidität bei Überlebenden von pädiatrischen Krebserkrankungen

Mittwoch, 12. Juni 2013

Memphis – Seit einem halben Jahrhundert können Leukämien und viele andere pädiatrische Krebserkrankungen häufig geheilt werden. Viele Überlebende leiden als Erwachsene unter den Spätfolgen der Therapie, wie eine aktuelle Untersuchung im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 2371-2381) zeigt.

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Die St. Jude Lifetime Cohort umfasst mehr als 1700 Patienten, die Leukämien und Lymphome, aber auch ZNS-Tumore, Sarkome und embryonale Tumore (Neuroblastom, Wilms-Tumor) dank medizinischer Therapien überlebt haben. Der erste Patient wurde bereits 1962 behandelt, im Mittel sind seit der Diagnose mehr als 25 Jahre vergangen.

Ein Rezidiv der Malignome haben die Patienten nicht mehr zu befürchten. Doch die vor allem in der Anfangszeit hochdosierten Radiotherapien und die Wahl der Zytostatika haben Spuren hinterlassen, wie Melissa Hudson und Mitarbeiter vom University of Tennessee College of Medicine in Memphis herausgefunden haben.

Die Mediziner haben alle Teilnehmer der St. Jude Lifetime Cohort zu mehrtägigen Gesundheits-Checks in die Klinik eingeladen. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Mit 98,2 Prozent hatten fast alle Krebsüberlebenden wenigstens eine chronische Erkrankung. Im Alter von 50 Jahren leiden nach den Berechnungen von Hudson 22 Prozent unter einer Kardiomyopathie, bei 84 Prozent ist eine oder mehrere Herzklappen defekt, 81 Prozent haben Probleme mit der Atmung, bei 77 Prozent liegt eine Störung der Hypophysenfunktion vor, 87 Prozent sind schwerhörig oder taub.

Bei 32 Prozent der Frauen haben die Ovarien versagt, beim gleichen Anteil der Männer liegt eine Störung der Leydig-Zellen im Hoden vor. 41 Prozent der Frauen erkranken an einem Mammakarzinom. In selteneren Fällen (unter 20 Prozent) wurden auch Störungen in Leber, Knochen, Nieren oder Knochenmark entdeckt.

Die Untersuchung zeigt, dass die Patienten mit pädiatrischen Tumoren auch nach dem erfolgreichen Abschluss der Krebstherapie medizinisch betreut werden müssen, um die Folgeschäden rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Da die Dosis der Radio­therapie in den letzten Jahrzehnten bei vielen Erkrankungen gesenkt und besser verträgliche Zytostatika eingeführt wurden, könnten die Zukunftschancen der heute behandelten Patienten besser sein.

Bei Heilungschancen von bis zu 80 Prozent dürfte die Zahl der betroffenen Personen ansteigen. Laut Hudson leben allein in den USA heute etwa 395.000 Menschen, die eine pädiatrische Krebserkrankung überlebt haben. © rme/aerzteblatt.de

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