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Akute Hepatitis C muss nicht sofort behandelt werden

Mittwoch, 12. Juni 2013

Hannover – In den ersten Monaten nach der Infektion kann eine Hepatitis C spontan ausheilen. Der Therapiebeginn kann deshalb um einige Wochen hinausgezögert werden. Die Heilungschancen waren in einer randomisierten Studie des deutschen Kompetenznetzes Hepatitis, die jetzt in Lancet Infectious Diseases (2013; 13: 497-506) veröffentlicht wurde, nicht wesentlich beeinträchtigt. Viele Patienten entzogen sich wegen fehlender Symptome jedoch der späteren Therapie.

Da die Beschwerden unspezifisch sind oder ganz fehlen können, wird eine Hepatitis C selten in der Akutphase diagnostiziert. Das Kompetenznetz Hepatitis benötigte neun Jahre, um an 72 Zentren genügend Patienten für eine Vergleichsstudie zu rekrutieren. Am Ende gelang es, die größte prospektive Studie zur akuten Hepatitis C in Europa auf die Beine zu stellen.

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Die 132 Teilnehmer wurden auf zwei Gruppen gelost. Bei der Hälfte der Patienten wurde sofort mit einer 24-wöchigen Therapie mit pegyliertem Interferon alfa-2b begonnen. Bei 67 Prozent der symptomatischen Patienten wurde ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR) erzielt, das heute mit einer Heilung gleichgesetzt wird.

Die Ergebnisse waren etwas besser als in der Vergleichsgruppe, in der 54 Prozent der symptomatischen Patienten eine SVR erzielten. Die Differenz von 13,7 Prozent war bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von minus 4,6 Prozent bis 32 Prozent jedoch nicht signifikant, so dass nach der Studie beide Optionen vertretbar sind.

Die Strategie des verzögerten Therapiebeginns hatte für ein Fünftel der Patienten den Vorteil, dass sie gar keine Medikamente benötigten. Bei ihnen war die Hepatitis C inzwischen spontan ausgeheilt. Bei den anderen wurde die Therapie eingeleitet. Das Team um Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover musste allerdings die Erfahrung machen, dass viele Patienten nicht die notwendige Geduld aufbrachten, die Therapie auch bis zum Ende durchzuhalten.

Die Aussteigerrate war im verzögerten Therapie-Arm der Studie deutlich höher als bei einem sofortigen Therapiebeginn (42 versus 25 Prozent), so dass es nach Ansicht der Autoren bei einigen Patienten ratsam sein könnte, die Therapie sofort zu beginnen. © rme/aerzteblatt.de

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