7.932 News Medizin

Medizin

Hydroxyethylstärke: EMA für Verbot von Volumenersatzmittel

Freitag, 14. Juni 2013

London – Volumenersatzmittel auf der Basis von Hydroxyethylstärke (HES) sollten nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) nicht mehr verwendet werden. Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) hat sich nach einer negativen Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses klar für eine Suspendierung der Zulassung ausgesprochen.

Die Risikobewertung war auf Antrag des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfolgt. Auslöser waren die 2012 vorgestellten Ergebnisse der 6S-Studie und der CHEST-Studie. In den beiden klinischen Studien war es nach dem Einsatz von HES zu einem Anstieg von Nierenersatzverfahren (Dialyse oder Transplan­tation) gekommen, dem kein Überlebensvorteil für die Patienten der HES-Gruppe gegenüberstand.

Anzeige

Zwei Meta-Analysen im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2013; 309: 678-688) und im britischen Ärzteblatt (BMJ 2013; 346: f839) kamen kürzlich sogar zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von HES mit einem erhöhten Sterberisiko durch die Schädigung der Nieren verbunden ist.

HES werden seit den 1960er Jahren als Plasmaexpander in der Notfall- und Intensiv­medizin eingesetzt. Sicherheit und Wirksamkeit waren niemals in großen Phase-III-Studien, wie sie heute üblich sind, geprüft worden. Als Evidenz wurden Studien angeführt, die der frühere Chefarzt der Anästhesie des Klinikums Ludwigshafen Joachim Boldt über einen längeren Zeitraum durchgeführt hat und in denen eine Untersuchungs­kommission im August 2012 zahlreiche Ungereimtheiten entdeckt hatte. Diese Untersuchungen wurden von den aktuellen Meta-Analysen ausgeschlossen, was der Evidenz für die HES-Therapie zusätzlich zu den aktuellen Studien den Boden entzogen hat. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.932 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

ammun-ra
am Montag, 17. Juni 2013, 14:09

PRAC

Es heißt PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee) und nicht PARC.

Herzlichen Dank für Ihren Hinweis

Redaktion DÄ

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in