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Keine Altersgrenze für ICD

Dienstag, 18. Juni 2013

Toronto – Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) können auch über 80-jährige Patienten vor einem plötzlichen Herztod schützen. Dies zeigen die Erfahrungen eines Patientenregisters aus Kanada in Circulation (2013; 127: 2383-2392). Aus anatomischen Gründen gibt es keine Altersgrenze für ICD. Eine Implantation ist auch bei hochbetagten Menschen möglich. Viele Kardiologen setzten gewisse Altersgrenzen, da sie vermuten, dass der Organismus ab einem bestimmten Alter die Strapazen eines Impulses nicht mehr toleriert.

Die Erfahrungen der Ontario ICD Database zeigen jedoch, dass die Zahl der lebens­rettenden (und überlebten) Impulse nicht altersabhängig ist. Sie war in den ersten Jahren nach der Implantation in etwa gleich groß, egal ob die Patienten unter 50 Jahre oder über 80 Jahre alt waren.

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Nach den jetzt von Douglas Lee von der Universität Toronto vorgestellten Daten spielte es auch keine Rolle, ob der ICD zur primären oder zur sekundären Prävention implantiert wurde. In beiden Gruppen hatte das Alter keinen Einfluss auf die ICD-Funktion. In dem kanadischen Patientenregister waren 38,5 Prozent der Patienten, denen der ICD wegen Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt zur Primärprävention implantiert wurde, über 70 Jahre alt. Insgesamt 7 Prozent hatten sogar das 80. Lebensjahr überschritten.

Bei der Sekundärprävention lag der Anteil sogar bei 42,5 beziehungsweise 10,9 Prozent. Der ICD ist in diesem hohen Alter natürlich kein Lebensretter in jeder Situation. Die Sterblichkeit steigt auch mit ICD mit dem Alter an. Die Grenzen, ab der eine Implantation noch sinnvoll ist, sollte nach Ansicht von Lee aber eher von der Grunderkrankung, als vom Alter der Patienten abhängig gemacht werden. © rme/aerzteblatt.de

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