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Kalziumantagonisten könnten therapeutische Option gegen Fieberkrämpfe werden

Mittwoch, 19. Juni 2013

Chicago – Als neuer Schlüsselfaktor in der Auslösung von Fieberkrämpfen haben sich temperaturabhängige L-Typ Kalziumkanäle herausgestellt. Das berichtet eine Arbeits­gruppe um den Physiologen Marco Martina von der Northwestern University Feinberg School of Medicine im Journal of Neuroscience (doi: 10.1523/JNEUROSCI.5482­-12.2013). Außerdem habe der Einsatz von L-Typ Kalziumkanalblockern wie Nimodipin im Tiermodell die Häufigkeit und Dauer solcher Anfälle dramatisch reduziert. Die Bezeich­nung L-Typ steht dabei für longlasting, da die Inaktivierung des Kanals langsam erfolgt.

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Fieberkrämpfe bei Kleinkindern sind mit einer Prävalenz von fünf Prozent häufig. Typischerweise kommt es bei einer Körpertemperatur über 38° Celsius zu diesen Anfällen. Eine antikonvulsive Einstellung der Kinder erfolgt im Allgemeinen nicht, da die potenzielle Toxizität der Medikamente den Nutzen nicht aufwiegt.

Martina untersuchte an Rattenhirnschnitten die elektrische Aktivität von Pyramidenzellen im Hippokampus bei Temperaturen bis 40 Grad Celsius. Oberhalb von 37 Grad waren L-Typ Calziumkanäle aktiv und feuerten intrinsisch.

Nach dieser Entdeckung testeten die Forscher in einem zweiten Schritt die Wirkung des L-Typ Kalziumkanalblockers Nimodipin in einem In-Vivo-Modell von Fieberkrämpfen. Sie fanden, dass Nimodipin bei jungen Ratten Häufigkeit und Dauer von Fieberkrämpfen deutlich verminderte.

„Wir zeigen, dass die Aktivierung dieser temperatursensitiven Kanäle tatsächlich die elektrische Aktivität auslöst und ihr nicht nur folgt. Diese Kanäle könnten eine Schlüsselrolle in Krampfanfällen bei hoher Körpertemperatur einnehmen”, so Martina.

Wenn sich in klinischen Studien die gute Wirksamkeit von Nimodipin oder anderen L-Typ Kalziumantagonisten bestätige, könnten Kleinkinder mit Fieberkrämpfen potenziell damit behandelt werden, so die Autoren. Der Neuropädiater Sookyong Koh, ein Koautor der Studie, weist außerdem auf den besonderen Nutzen einer solchen Medikation für Kinder mit genetisch bedingten Epilepsiesyndromen hin, deren Anfälle durch Fieber getriggert werden.

© hil/aerzteblatt.de

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