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Barmer GEK will „Arztzentrierung überwinden“

Mittwoch, 19. Juni 2013

Berlin – Mehr Vernetzung zwischen Arztgruppen, den Sektoren und den verschiedenen Gesundheitsberufen fordert die Barmer GEK in ihren „Gesundheitspolitischen Positionen zur Bundestagswahl 2013“.

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Die Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen müsse sich den veränderten Strukturen und Erfordernissen anpassen, heißt es darin. Die fortschreitende Spezialisierung in der Medizin und die flächendeckende Versorgung einer älter werdenden, zunehmend multimorbiden Bevölkerung erforderten neue Kooperations- und Teamstrukturen. „Das setzt voraus, dass die Arbeitsbeziehungen enthierarchisiert werden und die vorherrschende Arztzentrierung überwunden wird“, so die Krankenkasse. Es sei sinnvoll, ausgewählte ärztliche Tätigkeiten auf qualifiziertes Fachpersonal zu übertragen.

Die Barmer GEK kündigt in den gesundheitspolitischen Positionen außerdem an, die Integrierte Versorgung auszubauen und ihre vertragliche Gestaltung zu vereinfachen. Auf regionaler Ebene setzt die Kasse außerdem auf Medizinische Versorgungszentren. „Um sie leichter zu etablieren, darf es keine Beschränkung ihrer Rechtsträgerschaft geben“, fordert die Kasse.

Die Kasse bekräftigt in den Positionen ihre Entschlossenheit, die Versorgungsstrukturen auf regionaler Ebene für ihre Versicherten mitzugestalten. „Wir entwickeln ein Kenn­zahlensystem aus Struktur-, Prozess- und Ergebnisindikatoren für Ärztenetze, abgeleitet aus GKV-Routinedaten“, so die Barmer GEK. Ärzte in Netzen sollen so mit einer regionalen Kontrollgruppe und bundesweit mit anderen Netzen verglichen werden. © hil/aerzteblatt.de

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Dr. T.F. Weigel
am Mittwoch, 19. Juni 2013, 23:24

"Arztzentrierung überwinden" Großartig!

Großartig! die Idee der selbsternannten Gesundheitsexperten.
Enthierarchisierung ist das neue Zauberwort. Die Arztzentrierung überwinden. Das gefällt mir. Auf Augenhöhe miteinander agieren, das klingt super.
Warum nicht auch weg von der Facharztzentrierung? Warum sollte die akademisch ausgebildete Pflegekraft mit der Ärztin (Nicht Fachärztin) vor Ort, in der Notfallaufnahme, nicht zusammen gemeinsam auf Augenhöhe, auch entscheiden dürfen, ob der 85- jährige Patient nun operiert werden muss oder nicht? Was spricht dagegen, dass diese dann auch gemeinsam die Operation durchführen?
Dieses hätte dann den großen Vorteil, dass ich keine Nachtdienste mehr ableisten müsste und jedes Wochenende „frei“ hätte. Tolle Zeiten in Aussicht!
Weiter so! Ihr selbsternannten Gesundheitsexperten.
Wie ist es eigentlich mit der Hierarchie innerhalb der „Barmer“ Gesundheitskasse? Wahrscheinlich ist es so, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den ganzen Tag auf Augenhöhe miteinander agieren, damit sie sich den neuen anspruchsvollen Aufgaben, die der demographische Wandel mit sich bringt, stellen können.
Ich befürchte, dass dieses aktuell sehr populäre „Auf-Augenhöhen-Geschwurbel“ am Ende des Tages, dem erkrankten Menschen am wenigsten nutzt.

„Zu verkaufen hatte die Krankenkasse aber nichts. Heute wirbt sie für sich und gibt vor, Gesundheit zu verkaufen.“ (Funk, Rainer, Ich und Wir, Psychoanalyse des postmodernen Menschen, DTV, 2005; Seite 26 ) Dr. Rainer Funk ist Psychoanalytiker. Er war der letzte Assistent von Erich Fromm.

Dr. T.F. Weigel
popert
am Mittwoch, 19. Juni 2013, 21:54

BARMER auf Abwegen

Die BARMER hat in einem Punkt recht: in Zukunft gibt es zu wenig Ärzte. (Die Politik hat 1989/90 wegen der von Kassen beklagten "Ärzteschwemme" die Zulassung für Medizinstudenten um 22% zurückgefahren)
Das bedeutet: wir müssen in Zukunft mit immer weniger Ärzten immer mehr Multimorbide versorgen. Aber Multimorbide eignen sich leider nicht für die Betreuung durch medizinische Assistenzberufe.
Also bleibt im Wesentlichen die Notwendigkeit, die Versorgungsstrukturen zu vereinfachen und von Bürokratie zu entschlacken.
Der Vorschlag von kassenindividuellen regionalen IV-Verträgen mag der Philosophie der BARMER entsprechen, eine bessere Versorgungsstruktur wird dadurch nur behindert, denn die Bürokratie explodiert dabei.
Eigentlich müsste man sich in der Vorstandsetage auch fragen, wofür überhaupt noch Kassen nötig sind, wenn das Versorgungsrisiko ganz auf die Ärzte übergeht.

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