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Schlaganfall: Frühe Thrombolyse verbessert Prognose

Mittwoch, 19. Juni 2013

Los Angeles – Die Erfahrungen eines US-Patientenregisters bestätigen, dass die Erfolgsaussichten einer Lysetherapie des ischämischen Schlaganfalls steigen, wenn das Zeitintervall zwischen Symptom- und Therapiebeginn kurz ist. Je früher die Therapie begann, desto mehr Patienten konnten laut der Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; 309: 2480-2488) ohne Gehhilfen nach Hause entlassen werden.

Die Thrombolyse des Schlaganfalls mit dem gewebespezifischen Plasminogenaktivator t-PA wurde in den USA bereits 1996 (Europa 2002) zugelassen. Im Jahr 2002 startete die American Heart Association ihr „Get With The Guidelines-Stroke Program“, an dem sich 1.857 Kliniken beteiligten. Jeffrey Saver, der Leiter des Stroke Centers an der Universität von Kalifornien in Los Angeles hat jetzt die Erfahrungen der ersten zehn Jahre zusammengefasst. Daten von 58.353 Patienten flossen in die Analyse ein, mehr als das Hundertfache der Teilnehmer der klinischen Studien zu dieser Frage.

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Das mittlere Alter der Patienten lag bei 72 Jahren. Sie waren im Durchschnitt 144 Minuten nach Symptombeginn behandelt worden. Das Zeitfenster der Thrombolyse beträgt heute bis zu 4,5 Stunden, und die Auswertung von Saver bestätigt einmal mehr, dass der Grundsatz "time equals brain“ seine Berechtigung hat.

Die Therapieergebnisse waren nämlich umso besser, je früher die Therapie eingeleitet wurde. So war die Sterberate der Patienten, die innerhalb von 90 Minuten therapiert wurden, um 26 Prozent geringer als bei den Patienten, bei denen die Thrombolyse erst nach 181 bis 270 Minuten erfolgte. Auch das Risiko einer symptomatischen Hirnblutung war um 28 Prozent niedriger. Die Patienten konnten zu 51 Prozent häufiger bei der Entlassung ohne Hilfsmittel gehen und sie wurden zu 33 Prozent häufiger nach Hause entlassen.

Jede Viertelstunde zählt: Pro 15 Minuten weniger Zeitverlust steigt die Wahrschein­lichkeit, dass die Patienten nach Hause entlassen werden um 3 Prozent, und die Chance, dass sie dabei auf eigenen Beinen gehen, nahm um 4 Prozent zu. Die Patienten litten pro 15-Minuten früherer Therapie zu 4 Prozent weniger unter den Folgen einer Hirnblutung und das Sterberisiko wurde ebenfalls um 4 Prozent gesenkt.

Trotz dieser Vorteile, hat sich die Thrombolyse auch an den US-Kliniken, die sich freiwillig am Register beteiligen, nicht durchgesetzt. Der Anteil der Patienten, die eine Thrombolyse erhielten, betrug nur 5,8 Prozent. Die Therapie käme für etwa 80 Prozent der Patienten infrage, sofern sie rechtzeitig die Klinik erreichen. Die wichtigste Kontraindikation ist eine Hirnblutung als Auslöser des Schlaganfalls. © rme/aerzteblatt.de

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