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Todesfälle nach Olanzapin i.m.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA untersucht zwei Todesfälle, zu denen es drei bis vier Tage nach der intramuskulären Injektion des atypischen Neuroleptikums Olanzapin gekommen ist. Die intramuskuläre Therapie mit Olanzapin bietet die Möglichkeit einer Erhaltungstherapie von Patienten, bei denen die Adhärenz einer täglichen Tabletten­einnahme nicht sichergestellt ist. Die Injektion in den Glutealmuskel setzt dabei ein Depot, aus dem Olanzapin nur langsam freigesetzt werden soll.

Die Fachinformation von Zypadhera warnt bereits vor dem Risiko einer Überdosierung, zu der es bei einer versehentlichen Injektion in die Nähe von Blutgefäßen (und erst recht bei der streng kontraindizierten intravenösen Applikation) kommen kann. In diesem Fall kann es zum PDSS (post-injection delirium sedation syndrome) kommen: Die Patienten entwickeln ein Delirium sowie Bewusstseinsstörungen mit Sedation oder Koma. Olanzapin kann in Überdosierung auch kardiale Arrhythmien bis zum plötzlichen Herzstillstand auslösen.

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In den USA ist die Verwendung des Präparates an eine „Risk Evaluation and Mitigation Strategy“ (REMS) gebunden. Das Medikament darf nur in zertifizierten Einrichtungen eingesetzt werden, die über die Möglichkeit verfügen, die Patienten in den ersten drei Stunden nach der intramuskulären Injektion medizinisch zu überwachen (ähnliche Anforderungen finden sich auch in der deutschen Fachinformation von Zypadhera).

Der FDA sind nun zwei Fälle bekannt geworden, in denen die Patienten drei und vier Tage nach der Injektion gestorben sind. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt. Für eine PDSS spricht aber, dass bei beiden Patienten sehr hohe Serum­konzentrationen von Zypadhera gefunden wurden, die auf eine vermehrte Freisetzung aus dem Depot hinweisen. Die Untersuchungen der Fälle sind noch nicht abge­schlossen. Vom Ergebnis dürfte abhängen, ob die FDA neue Warnhinweise veröffentlicht oder die Anwendung von Olanzapin i.m. sogar einschränkt. © rme/aerzteblatt.de

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