Politik

Neuer Kodex: Industriesponsoring soll transparenter werden

Dienstag, 25. Juni 2013

Berlin – Künftig sollen Pharmafirmen auf einer Webseite veröffentlichen, wie sie Ärzte und andere Gesundheitsberufe unterstützen. Das sieht ein sogenannter Transparent­kodex vor, den der Dachverband der europäischen Pharma-Verbände sowie einzelner Pharmaunternehmen (EFPIA) verabschiedet hat. Der Kodex regelt auf europäischer Ebene die Verpflichtung der Unternehmen, ihre direkten und indirekten Zuwendungen an Ärzte und andere Gesundheitsberufe offenzulegen.

Dazu zählen Dienstleistungs- und Beratungshonorare, Spenden, Zuwendungen im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen und solche aus dem Bereich Forschung und Entwicklung. „Das Zusammenwirken von Ärzten und Pharmaindustrie wird schnell unter den Generalverdacht der Beeinflussung und Manipulation gestellt. Damit soll Schluss sein durch mehr Transparenz. Sie ist die Grundlage für Glaubwürdigkeit und Verbrauchervertrauen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller Birgit Fischer.

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Bereits 2004 hätten die vfa-Mitglieder die „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arznei­mittelindustrie e.V.“ (FSA) gegründet. Dieser Verein überwache die korrekte Zusammenarbeit von pharmazeutischen Unternehmen mit Ärzten, Apothekern und weiteren Angehörigen der medizinischen Fachkreise in Deutschland. Seit 2009 legten die forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland außerdem einmal jährlich detailliert offen, welche Patientenorganisation sie in welcher Weise unterstützten.

Der neue Transparenzkodex führt jetzt europaweit Mindeststandards ein, welche die nationalen Verbänden einhalten sollen. Im nächsten Schritt sind die Vorgaben der EFPIA auf nationaler Ebene von der jeweiligen Mitgliedervereinigung umzusetzen. Stichtag für die Umsetzung ist der 31. Dezember 2013. Zudem wird der Kodex dem Bundeskartellamt zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. „Gleichermaßen finden mit der Ärzteschaft dazu Gespräche statt, um für eine gemeinsame Umsetzung zu werben“, erläuterte Fischer. © hil/aerzteblatt.de

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