Politik

SPD will 125.000 zusätzliche Pflegekräfte schaffen

Dienstag, 2. Juli 2013

Berlin – Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will dem wachsenden Pflegemangel in Deutschland mit 125 000 zusätzlichen Stellen begegnen. Damit wird immer klarer: Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl im Herbst ist eine neue Pflegereform greifbar. Der Bedarf ist tatsächlich groß. Nach einer neuen Studie wächst die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf rund 3,3 Millionen.

Steinbrück sagte der Rhein-Zeitung vom Dienstag, er wolle tariflich entlohnte Stellen für Pflegerinnen und Pfleger. Dies solle mit einer Erhöhung des Beitrags zur Pflege­versicherung um 0,5 Prozentpunkte finanziert werden. Vor wenigen Tagen hatte ein Expertenbeirat der Regierung Pläne vorgestellt, nach denen Demenzkranke besser gepflegt werden können.

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Eine zwei bis vier Milliarden Euro teure Pflegereform sei dafür nötig. Der Beitragssatz könnte demnach im teuersten Fall von 2,05 auf 2,45 Prozent steigen, für Menschen ohne Kinder auf 2,7 Prozent. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte angekündigt, dass er sich für eine Umsetzung der Vorschläge einsetzen wolle, ohne sich die Geldforderungen zu eigen zu machen. Steinbrück erklärte: „Wir brauchen mehr Pflegepersonal, weil die Pflegebedürftigen mehr Zeit für Zuwendung brauchen.”

Der Bedarf wächst in den kommenden Jahren deutlich, wie der am Dienstag veröffent­lichte Pflegeheim Rating Report 2013 unter anderem des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Beratungsfirma Accenture zeigt. Die Erhebung zeigt aber auch, dass die Prognosen seit Jahren stabil sind. Bereits 2008 hatte das Statistische Bundesamt 3,4 Millionen Pflegebedürftige bis 2030 vorhergesagt.

Hauptgrund ist die Alterung der Gesellschaft. 2012 bekamen rund 2,4 Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die aktuelle Studie zeigt auch erneut, dass es künftig mehr Pfleger braucht. Bis 2030 gebe es zusätzlichen Bedarf für 371.000 stationäre Pflegeplätze und bis zu 331.000 Pflegerinnen und Pflegern.

Auch CDU/CSU versprechen Verbesserungen, bleiben in ihrem Wahlprogramm aber wage: Eine besser abgestufte Bestimmung der Pflegebedürftigkeit solle es geben, eine Weiterentwicklung der Versicherung – sowie eine moderate Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung. © dpa/aerzteblatt.de

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