Politik

Nationale Gesundheitsstudie beginnt

Mittwoch, 3. Juli 2013

Berlin – Offiziell startet jetzt die bisher größte medizinische Gesundheitsstudie Deutsch­lands, die Nationale Kohorte. Ab Januar 2014 werden 400.000 per Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren einen Brief erhalten und gefragt, ob sie sich an der Studie beteiligen wollen, von der sich die Forscher neue Erkenntnisse im Kampf gegen Krebs, Diabetes, Demenz und andere Volkskrankheiten erhoffen.

„Dies kann nur mit der aktiven Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung gelingen. Wir haben in den nächsten Jahren durch das Forschungsprojekt die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs zu erzielen. Diese Chance auf eine bessere Prävention müssen wir nutzen", erklärte Bundes­forschungsministerin Johanna Wanka bei der Präsentation des Studienkonzepts in Berlin.

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Für die Studie, die mehr als 20 Jahre laufen soll, werden 200.000 freiwillige Teilnehmer benötigt. Bei ihnen soll vor allem der Einfluss von Umweltbedingungen, Genen, Lebensstil und sozialem Umfeld auf die Entstehung von weit verbreiteten Krankheiten untersucht werden. Eine aktive Bewerbung um eine Teilnahme an der Studie ist nicht möglich, da sonst keine statistisch belastbaren Informationen nach dem mathematischen Zufallsprinzip gewonnen werden können.

18 Studienzentren
Die zufällig ausgewählten Teilnehmer werden in einem von bundesweit 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensumständen und Lebensgewohnheiten – wie zum Beispiel Ernährung, Beruf, Rauchen und körperlicher Aktivität – befragt.  Auf dem Programm werden Messungen von Blutdruck, Herzfrequenz und Blutzucker stehen. Ferner werden Lungenfunktion, Zahngesundheit und geistige Fähigkeiten bestimmt. Es gibt aber auch Augenuntersuchungen, Hörtests und Riechtests und bei einem ausgewählten Teilnehmerkreis Untersuchungen im Magnetresonanztomographen (MRT). Nach etwa fünf Jahren werden alle Teilnehmer zu einer zweiten Untersuchung eingeladen.  

Auf diese Weise wollen die Forscher bei den Studienteilnehmern möglichst viele Faktoren erfassen, die zunächst als bedeutungslos erscheinen. Später kann sich jedoch herausstellen, dass sie auf eine Krankheit hinweisen. Im Nachhinein kann sich so ermitteln lassen, wie verschiedene Faktoren zusammenwirken und zu Krankheiten führen.

Kosten: 210 Millionen Euro
Die Kosten der Großstudie belaufen sich den Angaben zufolge auf 210 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben vom Bund, den Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. 13 deutsche Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibnitz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen sind unter anderem an dem Projekt beteiligt. © ER/aerzteblatt.de

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