Ärzteschaft

Patienten vor einem Übermaß an Diagnostik und Therapie bewahren

Dienstag, 9. Juli 2013

Münster – In Zeiten großer medizinischer Möglichkeiten und Angebote müssen Ärzte ihre Patienten auch vor einem Übermaß an Diagnostik und Therapie schützen. Das ist ein Fazit des sechsten Westfälischen Ärztetages am 5. Juli in Münster. „Ein Beispiel für Fehlversorgung ist auch eine womöglich gut gemeinte Überversorgung, die aber letztlich Ressourcen falsch einsetzt, so verschwendet und auf diese Weise ebenfalls an der Vertrauensbasis rüttelt“, sagte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, nach dem Treffen.

Windhorst betonte, Ökonomie und Medizin seien keine Gegensätze: „Beides hat seine Berechtigung, solange die Ökonomie nicht zulasten des Patienten geht“, so ein weiteres Fazit des Westfälischen Ärztetages.

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Rund 200 Teilnehmer hatten dort auch die Frage „Wann ist der Arzt ein guter Arzt?“ diskutiert. „Ein guter Arzt ist der, der ökonomische Verantwortung in der Patienten­versorgung trägt, sich aber gleichzeitig aktiv einer Kommerzialisierung der Medizin entgegenstellt“, so eine der Antworten.

 „Ärzte dürfen sich deshalb von niemandem in die Falle der Gewinnmaximierung treiben lassen“, forderte Windhorst. Das gelte auch für die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Der Kammerpräsident betonte deshalb, dass im IGeL-Bereich klare Regeln gelten, auf deren Einhaltung Patienten bestehen sollten. Arzt und Patient sollten die Leistungen nur vereinbaren, nachdem sie im Gespräch geklärt haben, warum sie empfehlenswert und sinnvoll sind.

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Neben der sachlichen Information seien zudem eine schriftliche Vereinbarung und eine transparente Abrechnung der Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte erforderlich. © hil/aerzteblatt.de

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