Ausland

Verschärfung von EU-Tabakgesetz nimmt parlamentarische Hürde

Mittwoch, 10. Juli 2013

Straßburg – Zigarettenpackungen in der Europäischen Union sollen künftig zu mindestens 75 Prozent mit Warnhinweisen und abschreckenden Bildern bedeckt sein. Dies ist eine von mehreren Maßnahmen zum Kampf gegen den Tabakkonsum, denen der zuständige Ausschuss im Europaparlament am Mittwoch in Brüssel zugestimmt hat. Vorgesehen ist auch eine strengere Regelung der derzeit bis zu 700 Zusatzstoffe in Zigaretten.

Künftig werde es eine Positivliste für erlaubte Zusatzstoffe geben, erläuterte der CDU-Abgeordnete Karl-Heinz Florenz. Rund 50 besonders gefährliche Zusatzstoffe würden verboten. Das gleiche gelte für „besonders attraktive Verpackungen“, die vor allem junge Leute zum Rauchen verführten. Tabakkonsum verursache jährlich in der EU 700.000 frühzeitige Todesfälle, betonte Florenz. Allein in Deutschland seien es pro Jahr 110.000 Opfer.

Anzeige

Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Matthias Groote sollen auch bei jungen Rauchern beliebte Geschmacksstoffe wie „Schoko-Taste“ aus Zigaretten verbannt werden. Außerdem wolle das Parlament erreichen, dass keine kostenlosen „Probezigaretten“ mehr im Internet angeboten werden dürfen. Damit würden heute vor allem Jugendliche geködert, erläuterte Groote.

Ein Hauptanliegen sei gerade, junge Leute vor dem Tabakkonsum zu warnen. „94 Prozent aller Raucher haben vor ihrem 25. Geburtstag zur ersten Zigarette gegriffen“. Erstmals umfasst die Richtlinie auch sogenannte E-Zigaretten, die eine Nikotinlösung verdampfen. Diese Lösung soll künftig - wie beispielsweise Nikotinkaugummis - einem besonderen Zulassungsverfahren unterworfen werden. Grundsätzlich sei aber nicht geplant, den Vertrieb einzuschränken, betonte Groote. Die E-Zigaretten seien „bei weitem nicht so schädlich“ wie herkömmliche Glimmstängel.

Im Herbst soll das Plenum des Europaparlaments über die Vorschläge abstimmen. Anschließend beginnen die Verhandlungen mit dem EU-Rat, in dem die 28 EU-Staaten vertreten sind. In Kraft treten können die neuen Vorschriften voraussichtlich im Laufe kommenden Jahres. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.138 News Ausland

Nachrichten zum Thema

11.07.16
Krebsarzt besiegt Tabakriesen: Uruguay schafft Präzedenzfall
Montevideo – Philip Morris wollte Uruguays strenge Rauchergesetze aushebeln. Der Fall wurde im Ringen um die Rolle von privaten Schiedsgerichten bei Freihandelsabkommen wie zum Beispiel TTIP zum......
27.06.16
Zigaretten-Schock­fotos: Mehrheit hält sie für wirkungslos
Hamburg – Die Mehrheit der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge nicht an die abschreckende Wirkung von Schockfotos auf Zigarettenpackungen. 58 Prozent der Befragten sagten in der Studie des......
10.06.16
Sacramento – Rauchen ist in Kalifornien nun erst ab 21 Jahren erlaubt. Ein entsprechendes Gesetz zur Anhebung des Mindestalters von 18 auf 21 Jahre ist am Donnerstag in dem bevölkerungsreichsten......
06.06.16
Schockbilder auf Zigarettenschachteln zeigen in randomisierter Studie Wirkung
Chapel Hill – Schockbilder auf Zigarettenschachteln veranlassten Raucher in einer randomisierten klinischen Studie, sich mit dem Thema Rauchstopp zu beschäftigen und einen Abstinenzversuch zu......
25.05.16
Deutsche Krebshilfe fordert umfassendes Verbot von Tabakwerbung
Berlin – Ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte fordern die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen anlässlich des kommenden Weltnichtrauchertags am 31. Mai. „Wir haben 500.000......
28.04.16
Britischer Ärzteverband für E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung
London – Das Royal College of Physicians, ein Verband britischer Ärzte, spricht sich in einem Report für den Einsatz von E-Zigaretten zur Unterstützung des Rauchstopps aus. Die Begründung liefert der......
21.04.16
Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Entscheidung des Bundeskabinetts begrüßt, die Tabakwerbung in Deutschland deutlich einzuschränken. Gleichzeitig kritisierte der BÄK-Präsident Frank Ulrich......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige