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Hundertjährige geistig und körperlich fitter

Freitag, 19. Juli 2013

Heidelberg – Hundertjährige sind heute geistig und körperlich fitter als noch vor wenigen Jahren. Viele sehr alte Menschen können trotz gesundheitlicher Einschränkungen noch vergleichsweise selbstständig leben, wie eine am Freitag von der Universität Heidelberg veröffentlichte Studie ergab. Zudem feiern immer mehr Menschen ihren hundertsten Geburtstag.

In Deutschland hat sich die Zahl der Hundertjährigen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Während im Jahr 2000 nach Angaben der Uni Heidelberg nur rund 6.000 Menschen im Alter von 100 oder mehr Jahren hierzulande lebten, waren es im Jahr 2010 bereits rund 13.000. Die Heidelberger Wissenschaftler untersuchten für ihre repräsentative Studie in den Jahren 2011 und 2012 das Leben von Hundertjährigen aus Heidelberg und Umgebung genauer.

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Die heutigen Hundertjährigen seien aber nicht kränker, sagte Studienleiterin Daniela Jopp. Die Studie ergab etwa, dass im Vergleich zu einer ersten Untersuchung vor zehn Jahren mehr von ihnen in der Lage sind, selbstständig zu essen, Mahlzeiten zuzubereiten oder Geldangelegenheiten zu regeln. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der alten Menschen wies keine oder nur geringe geistige Einschränkungen auf. Zehn Jahre zuvor waren es nur 41 Prozent gewesen.

Die Gesundheit der Hundertjährigen ist aber dennoch eingeschränkt. Im Durchschnitt leiden sie unter vier Erkrankungen. Die große Mehrheit (88 Prozent) ist von Seh- oder Höreinbußen betroffen, rund zwei Drittel (67 Prozent) haben Probleme durch Stürze. In der Untersuchung gab es niemanden, der keine Krankheit hatte.

Mehrheit der Hundertjährigen zufrieden
Mehr als 80 Prozent der Hundertjährigen sind laut der Studie allerdings mit ihrem Leben zufrieden. Eine große Rolle spielt dabei, ob die Menschen optimistisch eingestellt sind und Lebenswillen haben. Die Menschen, die trotz des nahen Lebensendes optimistisch in die Zukunft schauten, zeigten sich zufriedener mit ihrem Leben, erklärte der Co-Leiter der Studie, Christoph Rott. "Im Vergleich dazu sind Gesundheit, kognitive Leistungsfähigkeit und soziale Aspekte mit wenigen Ausnahmen deutlich unwichtiger für die Lebensqualität", hob Rott hervor.

Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Hundertjährigen lebt laut der Studie in Privathaushalten. Meist werden sie dabei von Kindern oder anderen Familienangehörigen unterstützt. Die Wissenschaftler hoben aber in ihrer Studie zugleich hervor, dass eine hauptsächliche Pflege durch Kinder in Zukunft nicht realistisch sei.

Die Forscher forderten für die Zukunft deshalb auch bei der Pflege ein Umdenken. Es müssten „sorgende Gemeinschaften“ entstehen, sagte der Direktor des Heidelberger Instituts für Gerontologie, Andreas Kruse. Dafür sollten zum Beispiel die Kommunen gestärkt werden. Grundsätzlich rief der Forscher dazu auf, das hohe Alter sehr viel differenzierter als bisher zu bewerten.  © afp/aerzteblatt.de

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