Politik

SPD und Gewerkschaften wollen attraktiveren Pflegeberuf

Montag, 5. August 2013

Berlin – SPD und Gewerkschaften wollen die Attraktivität des Pflegeberufes erhöhen, um den Personalmangel in dieser Branche einzudämmen. Die Beschäftigten müssten deutlich besser bezahlt werden, forderten SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, heute in Berlin. Nach Steinbrücks Worten will die SPD 125.000 zusätzliche Stellen schaffen und dies durch eine Erhöhung des Beitrages zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte finanzieren. Unter Union und FDP seien nur 9.000 Pfleger eingestellt worden, monierte Steinbrück.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte: „Die Forderungen von Herrn Steinbrück werden auch durch ständiges Wiederholen nicht richtig.” So sei etwa die Aussage, den Pflegebeitrag um 0,5 Prozentpunkte anzuheben und davon 125 000 mehr Pflegekräfte zu finanzieren, irreführend.

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Steinbrück und Bsirske warfen der Bundesregierung Versagen bei der Reform der Pflegeversicherung vor. Die vergangenen vier Regierungsjahre von Schwarz-Gelb seien verlorene Jahre, erklärten beide. Die von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eingeführte private Zusatzversicherung könnten sich Geringverdiener nicht leisten.

Um den Beruf des Pflegers attraktiver zu machen, müsse die Ausbildung anders als bisher unentgeltlich sein, forderten Steinbrück und Bsirske. Zudem müsse die oft noch geringere Bezahlung der Pflegerinnen an die der männlichen Kollegen angeglichen werden, sagte Steinbrück. Durch eine bessere Bezahlung könne auch dem Problem begegnet werden, dass viele Stellen in der Branche mangels Attraktivität nicht besetzt werden können. Bsirske brachte eine Anhebung der Gehälter im Pflegebereich um zehn bis 20 Prozent ins Gespräch. 

Bsirske lehnte es ungeachtet des gemeinsamen Auftritts mit Steinbrück ab, eine Empfehlung für die Bundestagswahl am 22. September abzugeben. Der Gewerkschaft Verdi gehe es um die Inhalte. Er wolle allerdings, „dass abgeglichen werden kann, wer die Interessen der Arbeitnehmer vertritt“, sagte Bsirske.   

Ende 2011 waren in Deutschland 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Derzeit fehlen rund 30.000 Pflegekräfte, im Jahr 2030 könnte diese Zahl Studien zufolge sogar auf bis zu eine halbe Million anwachsen. © afp/aerzteblatt.de

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