Politik

Auftragsstudie sieht negative volkswirtschaftliche Effekte der Bürgerversicherung

Montag, 19. August 2013

Berlin – Negative volkswirtschaftliche Effekte der Bürgerversicherung prognostiziert eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Universität Basel im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Schon heute entspricht für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Beitragssatz laut dem RWI einer Quasi-Besteuerung ihres beitragspflichtigen Einkommens von durchschnittlich 6,7 Prozent pro Jahr.

Würde den privaten Krankenversicherern im Zuge der Systemumstellung das Neu­geschäft verboten und erhielten ihre Bestandskunden gleichzeitig eine zeitlich befristete Wechseloption in die GKV, würden die Krankenkassenbeiträge der gesetzlich Versicherten laut dem Wirtschaftsinstitut zunächst um 0,7 Prozentpunkte steigen. Dieser Effekt würde aber im Laufe der Zeit zunehmen.

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Die Wirtschaftswissenschaftler geben zu bedenken, dass es Doppelstrukturen zu den Finanzämtern brauche, um über das beitragspflichtige Einkommen hinausgehende Einkommensarten exakt zu erfassen, wie es auch in der Diskussion sei. Das RWI empfiehlt grundsätzlich, verteilungspolitische Ziele nicht im Krankenversicherungs-, sondern im Steuersystem umzusetzen.

Würde die PKV zugunsten einer „Bürgerversicherung“ ganz abgeschafft, hätte das laut der Studie auch negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Es fehlte dann der Systemwettbewerb mit der GKV, der sich stabilisierend auf das medizinische Versor­gungsniveau der gesetzlich Versicherten auswirke und die GKV davor schütze, zu sehr in die Rolle eines zweiten Finanzamts gedrängt zu werden, so das RWI. © hil/aerzteblatt.de

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Senbuddy
am Dienstag, 20. August 2013, 07:50

"Verteilungspolitische Ziele...

...nicht im Krankenversicherungssytem umzusetzen". Ein vernünftiger Gedanke.

Ein Satz, den man allen Polikern ins Gebetbuch schreiben solte. Denn Verteilungspolitik hat in der medizischen Versorgung grundsätzlich nichts verloren.

Warum muss sich die ganze Gesundheitsbranche überhaupt und immer wieder mit so etwas wie "Umverteilung" herumschlagen ? Kann man das nicht den Steuer- und Sozialpolitikern überlassen ?

Es gibt sowieso schon viel zu viele Gesetze und Bestimmungen in Deuschland. Und überall wird "umverteilt": An der einen Ecke von unten nach oben, an der nächsten von oben nach unten, an der dritten wieder von.... usw.

Nicht einmal Sozialpolitiker haben da noch den Überblick, geschweige denn umfassende und belastbare volkswirtschaftliche Daten. Aber dafür haben sie alle eine eigene Ideologie, wie es "besser" wird.

Gerechtigkeit wird es aber erst dann geben, wenn man das ganze System "entschlackt" und die Gesundheitsverorgung (und vieles andere auch) so weit wie möglich von den zahllosen Umverteilungen befreit. Vielleicht wenn man wirklich alle einen gleichen Beitrag bezahlen läßt. Und wenn man das Umverteilen woanders (in Steuer, Sozialhilfe, Bürgergeld oder wie man es auch immer nennen will) unterbringt.

Man kann nur sagen: Befreit das Gesundheitswesen von Politikern und Gesundheitsfuntkionären, die "Gerechtigkeit" rufen ! Sie meinen nicht die Gerechtigkeit gleich guter medizinischer Versorgung. Sie meinen nur ihre eigenen Ideen zur Umverteilung von Geld.

Viele Grüße
S.
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