Ärzteschaft

Ärztekammer Hessen gegen ein Bundesinstitut für Transplantationen

Dienstag, 20. August 2013

Frankfurt/M. – Forderungen nach dem Aufbau eines „Bundesinstituts für Transplan­tationen“ hat der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, eine deutliche Absage erteilt. „Die komplexe Organisation des Organspende­ablaufs ist eine ärztliche Aufgabe und muss in den Händen von Ärzten bleiben“, sagte er heute in Frankfurt. Der wesentliche Beitrag, den die Bundesärztekammer bei der Aufdeckung möglicher Manipulationen geleistet habe, zeige, dass dieses System funktioniere, so von Knoblauch zu Hatzbach.

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Seitdem vor einem Jahr Manipulationsvorwürfe in Zusammenhang mit der Vergabe von Spenderorganen laut wurden, sind die Organspendezahlen deutlich zurückgegangen. So verzeichnet die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) für das erste Halbjahr 2013 einen bundesweiten Rückgang der postmortalen Organspender von 18,3 Prozent.

„Die Verunsicherung der Bevölkerung aufgrund der Manipulationsvorwürfe ist nachvoll­ziehbar“, sagte der hessische Kammerpräsident. Dennoch sei es eine Tatsache, dass die Transplantationsmedizin und das System der Organspende noch nie so sicher waren wie heute. Bei den vorgeworfenen Manipulationen handle es sich um „absolute Einzelfälle“, betonte er.

Jetzt seien Aufklärung und Transparenz auf der einen Seite und optimale Kontroll­mechanismen auf der anderen Seite erforderlich, um das Vertrauen in die Organspende wieder zurückzugewinnen. Im vergangenen Jahr hätten Kliniken, Kammern und andere an der Organspende beteiligten Institutionen daher umfassende Maßnahmen zum Schutz der Organspender und -empfänger ergriffen und die Kontrollen verstärkt.

„Im August 2012 ist außerdem das geänderte Transplantationsgesetz in Kraft getreten, das die Beachtung des Mehraugen-Prinzips bei der Behandlung der Patientendaten garantiert“, so von Knobloch zu Hatzbach. Eine Vernetzung der DSO mit den Strukturen des öffentlichen Gesundheitswesens diene der besseren Koordination und solle die Wahrscheinlichkeit von Manipulationen weitgehend einschränken.

Noch verzeichneten Statistiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation, dass alle acht Stunden ein Mensch in Deutschland sterbe, weil er oder sie ein dringend benötigtes Organ nicht bekomme. „Wir müssen noch intensiver als bisher über die Organspende und die Kriterien für die Vergabe von Spenderorganen informieren als bisher“, forderte von Knoblauch zu Hatzbach und appelliert eindringlich an die Organspendebereitschaft. © hil/aerzteblatt.de

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Hanschmitz
am Donnerstag, 22. August 2013, 13:04

brauche ich nicht

Wenn ich tot bin, sind meine Organe überflüssig, bevor sie vergammeln geb ich sie lieber ab.
Senbuddy
am Mittwoch, 21. August 2013, 11:24

Volle Zustimmung zu kairopax !

Habe meinen Ausweis allerdings nicht vernichtet, sondern in meinem neuen Ausweis angekreuzt, dass ich kein Spender bin (damit nicht meine Verwandten womöglich irgendwelchen NLP-geschulten Organspende-Beauftragten in die Fänge gehen).

Viele Grüße
S.
kairoprax
am Dienstag, 20. August 2013, 20:13

Organspende - noch nie so sicher ?


Man kann diese Floskel nicht mehr hören.
Im Umkehrschluß heißt sie doch nur, vorher war sie nicht sicher.
Und genau gelesen heißt sie, ziemlich sicher mag sie zwar sein, aber eben nicht so sicher wie es nötig und möglich wäre.
Solange der Spendenapparat in den Händen derer liegt, die daran Geld verdienen, daß sind DSO ebenso wie Ärzte, wird keine Sicherheit einkehren.
Es geht nicht an einem beamtenbetreuten Bundesinstitut vorbei.
Daß sich gerade einige der Kammerpräsidenten und der Präsident der BÄK schützend vor Manipulateure in unseren Reihen stellen, wird die Zustimmung zur Organspende sicher nicht erhöhen.
Ich habe meinen Organspendeausweis nach der Novelle des Transplantationsgesetzes vernichtet und werde mir erst wieder einen Paß zulegen, wenn dier DSO liquidiert wurde, denn der Fisch stinkt auch hier vom Kopf.
Schade, daß Standesvertreter wie Herr von Knobloch die Zahl der Köpfe auf Hydraniveau bringen wollen.

Dr.Karlheinz Bayer
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