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Trauerbewältigung: Professionelle Begleitung hilft vor allem in schweren Fällen

Mittwoch, 28. August 2013

Berlin – Qualifizierte Begleitung hilft Trauernden, den Tod eines Angehörigen oder Freundes besser zu bewältigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Hochschule Ravensburg-Weingarten, die heute in Berlin vorgestellt wurde. „Der Leidensdruck hat sich bei den Menschen, die nach einem Todesfall eine Trauerbegleitung in Anspruch genommen haben, deutlich stärker verringert als bei denjenigen ohne Begleitung“, sagte Michael Wissert, Leiter der Studie. Für die nicht repräsentative Studie „TrauErLeben“ wurden 682 trauernde Menschen zu Belastungen unmittelbar nach dem Todesfall und mindestens ein Jahr danach befragt.

Demnach verbesserte sich das Belastungsniveau bei Menschen mit Trauerbegleitung um rund 37 Prozent, während es bei Trauernden ohne Begleitung um 29 Prozent zurückge­gangen ist. Besonders Menschen mit einem hohen Leidensdruck profitieren der Studie zufolge von einer Trauerbegleitung.

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Das gilt vor allem für diejenigen, die durch plötzliche Todesfälle, wie Unfall, Suizid, Herz­versagen oder ein Aneurysma geliebte Menschen verloren haben. „Diese Betroffenen empfinden es als sehr schlimm, sich nicht verabschiedet zu haben, und haben oftmals einen erhöhten Bedarf an Trauerbegleitung“, sagte Wissert.

Jedes Jahr sterben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 850 000 Men­schen. „Wenn man davon ausgeht, dass bei jedem sterbenden Menschen durch­schnittlich drei ihm nahestehende Personen von Trauer betroffen sind, dann erleben jedes Jahr rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland akute Trauer“, so Wissert.

Wer leistet aber die Trauerbegleitung? In einem zweiten Teil haben die Wissenschaftler 319 Begleiter unter anderem nach ihrer Qualifikation gefragt. Dabei stellte sich heraus, dass 39 Prozent der  Trauerbegleiter eine berufliche Qualifizierung jenseits sozialer oder gesundheitsbezogener Berufe hat. Jeweils ein Viertel kommt aus der Sozialarbeit oder der Pflege.

In vielen Fällen hätten sich die Begleiter der Studie zufolge aus eigener Bertoffenheit für die – oft ehrenamtliche – Arbeit als Trauerbegleiter entschieden. Deshalb forderte Christine Stockstrom, Vorsitzende des Bundesverbandes Trauerbegleitung, eine adäquate Qualifizierung und allgemeine Standards in der Trauerbegleitung. „Mit dem Verlust eines Menschen zu leben, ins eigene Leben zurückzufinden, aber auch mit Schuld- und Schamgefühlen zurecht zu kommen, all diese Aufgaben, denen sich Trauernde stellen, erfordern besondere Kompetenzen bei den Begleitern“, sagte sie. © ank/aerzteblatt.de

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