Politik

Sachsen: Hospizdienste betreuen immer mehr Menschen

Montag, 2. September 2013

Dresden – Mehr als 1.800 Frauen und Männer in Sachsen sind mittlerweile als ehrenamtliche Helfer in stationären und ambulanten Hospizen tätig. Ihre Aufgabe: Todkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten und auch deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Ohne diese Helfer wäre die anstrengende Hospizarbeit von den Profis kaum zu bewältigen“, sagt Simone Lang vom Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin.

Derzeit gibt es in Sachsen 46 ambulante Hospizdienste und sieben stationäre Einrichtungen. Dazu kommt das Kinderhospiz „Bärenherz“ in Leipzig, dessen Unterstützerverein am letzten Wochenende sein zehnjähriges Bestehen feierte. Beim Werben von Spenden, mit denen die Hospize unterstützt werden, sieht Lang die Städte klar im Vorteil. Dort gebe es größere und mehr Geldgeber. Das Kinderhospiz in Leipzig sei noch einmal ein Sonderfall: „Bei Kindern nehmen die Menschen automatisch mehr Anteil.“

Anzeige

„Bei stationären Hospizen gibt es durchaus noch weiße Flecken in Sachsen“, sagt Lang und verweist auf das Vogtland und den Raum Torgau. „Bei ambulanten Diensten sind wir relativ gut aufgestellt.“ Nach Angaben der Krankenkassen, die die ambulanten Dienste finanziell unterstützen, haben deren Mitarbeiter im vergangenen Jahr 2.442 Kranke bis zum letzten Atemzug begleitet. Betreut wurden aber weitaus mehr Menschen, sagt Lang.

Weitere Freiwillige seien überall und jederzeit willkommen. „Jeder bringt das ein, was er einbringen kann. Zuhören, Trösten, aus der Zeitung vorlesen, beim Spaziergang begleiten oder einfach nur da sein“, umschreibt sie das Helfen. Alleingelassen werden die Helfer dabei nicht. Vor dem ersten Einsatz müsse ein Ausbildungskurs absolviert werden. Zudem werden regelmäßig Supervisionen angeboten, damit das Erlebte verarbeitet werden kann. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

15.08.16
Berlin – Als erheblichen Fortschritt für die stationäre Versorgung schwerkranker Menschen bewertet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) die neu definierten Mindestmerkmale für......
08.08.16
Hospizverband: Richtlinie soll Besonderheiten bei Kindern berücksichtigen
Berlin/Olpe – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sollte bei der Überarbeitung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege Aspekte der Kinderhospizarbeit stärker berücksichtigen. Das verlangt der......
06.06.16
Die meisten Patienten wollen zu Hause sterben
Berlin – Das Hospiz- und Palliativgesetz hat die Versorgung von Patienten am Ende ihres Lebens verbessert. Dafür gaben Experten auf dem BKK Tag 2016 des BKK Landesverbandes Mitte am Donnerstag in......
04.02.16
Köln – Die Malteser fordern mehr Geld für die Hospizbetreuung Jugendlicher. Dank medizinischen Fortschritts lebten auch Kinder mit unheilbaren Krankheiten immer länger und erreichten häufiger als......
22.01.16
Krebs: Studie vergleicht Krankenkosten in den letzten sechs Lebensmonaten
Philadelphia - Der Anteil der Krebspatienten, die im Akutkrankenhaus sterben, ist in Deutschland im internationalen Vergleich recht hoch, was laut einer Untersuchung im US-amerikanischen Ärzteblatt......
13.01.16
Krankenkassen müssen nur palliativ eingesetzte Mistelpräparate übernehmen
Kassel – Gesetzlich Versicherte haben keinen Anspruch darauf, dass ihre Kassen im Rahmen einer adjuvanten Krebstherapie ein nicht verschreibungspflichtiges anthroposophisches Mistelpräparat übernimmt.......
16.12.15
Mainz – Die Auseinandersetzung mit der letzten Lebensphase eines Menschen ist auf der Interdisziplinären Abteilung für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Mainz zwar sehr präsent, dennoch ist die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige