Politik

Umfrage: Fast jedes zweite Allgemeinkrankenhaus 2012 in roten Zahlen

Mittwoch, 11. September 2013

Berlin – Rund 46 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser haben das Jahr 2012 mit einem Defizit abgeschlossen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Verbandes der Kranken­hausdirektoren Deutschlands (VKD) unter seinen Mitgliedern. Vor allem kleinere Allgemeinkrankenhäuser mit weniger als 250 Betten befinden sich demnach in einer besonders schwierigen finanziellen Lage: Hier ist der Anteil der Häuser mit einem negativen Jahresabschluss mit 53 Prozent am höchsten.

Die Ursache hierfür sieht der VKD in einer strukturellen Unterfinanzierung aufgrund des DRG-Systems. Dieses benachteilige kleine Krankenhäuser massiv und gefährde sie mehrheitlich in ihrem Bestand, so der Verband. „Die Situation ist alarmierend. Denn gerade diese kleinen Krankenhäuser übernehmen einen großen Teil der medizinischen Versorgung in der Fläche“, erklärte VKD-Präsident, Josef Düllings, bei der Vorstellung der Umfrage heute in Berlin.

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Für das  Jahr 2013 zeichnete Düllings ein ähnlich düsteres Bild. Der Umfrage zufolge erwarten wieder rund 46 Prozent der Krankenhausmanager, dass ihr Krankenhaus rote Zahlen schreiben wird. Allerdings sind laut Düllings die Auswirkungen der vor wenigen Monaten beschlossenen Krankenhaushilfen noch nicht berücksichtigt.

Dennoch glaubt der VKD-Präsident nicht an eine grundlegende Veränderung der Situation in 2013. „Bei dem gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungszuschlag von einem Prozent je abgerechneter Fallpauschale ab August 2013 für die letzten fünf Monate kann nur eine geringfügige Verbesserung der Finanzlage erzielt werden. Die Entlastung dürfte sich eher 2014 bemerkbar machen“, sagte er.

Nach Auffassung des VKD-Präsidenten verschafften die Finanzhilfen ohnehin nur für kurze Zeit etwas Luft. Ab 2015 erwartet er eine deutliche Verschlechterung der finanziellen Situation in den deutschen Krankenhäusern, da ab 2015 der überwiegende Teil der Hilfen wieder entfallen würde.

Um die Finanzlage der Krankenhäuser zu stabilisieren und zu verbessern, forderte der VKD die Politik sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene auf, das DRG-System zügig zu korrigieren. „Ein bedarfsnotwendiges Krankenhaus muss seine medizinischen Leistungen für die Bevölkerung über die regelhaften Preisanpassungen refinanzieren können“, sagte Düllings.

Nach Ansicht des VKD könnte dies beispielsweise über einen Sicherstellungszuschlag erfolgen. Wer diesen Zuschlag erhalte, soll ein Kriterienkatalog bestimmen, der noch zu entwickeln sei und der unter anderem den Entfernungsradius zum nächsten Krankenhaus und die Struktur der Fachabteilungen berücksichtigen soll. Darüber hinaus schlug der Verband vor, Krankenkassen an den Investitionskosten der Krankenhäuser zu beteiligen.

Für seine Umfrage schrieb der Verband im April bundesweit über 1.800 Klinikmanager an, von denen sich 305 an der Befragung beteiligten. Damit lag die Rücklaufquote bei etwa 17 Prozent. © ank/aerzteblatt.de

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