Medizin

Elektronische Gesundheitsakten verbessern Patientenversorgung

Mittwoch, 11. September 2013

Oakland/Kuopio – Die elektronische Dokumentation von Patientendaten ist bei vielen Ärzten unbeliebt. Zwei Studien im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA) zeigen jedoch, dass sie die Patientenversorgung verbessern können.

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In den USA ist die elektronische Gesundheitsakte demnächst Pflicht. Ärzte und Kliniken müssen dort ab 2015 mit Strafen rechnen, wenn sie sich der elektronischen Speicherung verweigern. Zu den ersten HMOs (Health Maintenance Organization), die sich umgestellt haben, gehört die kalifornische Kaiser Permanente. Über KP HealthConnect haben Ärzte und Kliniken der HMO Zugriff auf Daten aller Patienten. Die Patienten könnten über ein Internetportal ihre Krankenakte ebenfalls einsehen.

Kaiser Permanente hat die Auswirkungen in ihrem eigenen Forschungsinstitut in Oakland untersuchen lassen. Mary Reed und Mitarbeiter kamen dabei zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise die Zahl der Notfallaufnahmen von Diabetikern um 5,5 Prozent verringert hat seit die Patientendaten unter den Kollegen ausgetauscht werden (JAMA 2013; 310: 1060-1065).

Vor der Einführung der elektronischen Gesundheitsakte kam es auf 1.000 Patienten jährlich zu 519 Besuchen, nach der Einführung waren es nur noch 490. Auch die jährliche Hospitalisierungsrate der Diabetiker nahm um 5,2 Prozent ab, von 252 pro 1.000 Diabetiker auf 239. Auch wenn die Zahl der Arztbesuche insgesamt nicht abnahm, könnte sich die Investition in die elektronische Gesundheitsakte rechnen, glauben die Autoren.

In Finnland werden die elektronischen Gesundheitsakten mittlerweile auch für das Screening von Wachstumsstörungen von Kindern genutzt. Wie Ulla Sankilampi von der Universität in Kuopio schreibt, konnte dadurch die Diagnoserate deutlich erhöht werden (JAMA 2013; 310: 1071-1072). Die Pädiater waren schon früher angehalten, die Körpergröße der Kinder regelmäßig zu messen und in Charts einzutragen.

Dennoch wurden viele Wachstumsstörungen übersehen. Inzwischen übernimmt ein Algorithmus in den elektronischen Gesundheitsakten diese Aufgabe. Auffällige Werte werden automatisch an einen Endokrinologen weitergeleitet, der dann die Pädiater kontaktiert. Wurden vor der Einführung des „automated growth monitoring“ (AGM) jährlich nur 4 Kinder mit Wachstumsstörungen ermittelt, sind es jetzt 28. Die Diagnoserate stieg von 0,1 auf 0,9 pro 1.000 Kinder. © rme/aerzteblatt.de

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