Politik

Barbara Steffens fordert bundesweit gerechtere Verteilung bei den Arzthonoraren

Donnerstag, 12. September 2013

Düsseldorf – NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/ Die Grünen) will sich weiterhin für bessere finanzielle Rahmenbedingungen bei der ärztlichen Versorgung einsetzen. „Die Honorare der Ärzte sind auch ein Standortfaktor. Und auch die Patienten haben ein Recht darauf, dass ihre Ärzte angemessen honoriert werden“, sagte Steffens beim gemeinsamen Sommerempfang der Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und der Ärztekammer Nordrhein. Ärzte und Politiker müssten „gemeinsam mit dem ganzen Gewicht Nordrhein-Westfalens daran arbeiten, eine gerechtere Verteilung der Mittel auf Bundesebene hinzubekommen“, so die Ministerin.

Steffens ging in ihrer Rede auch auf das Thema Prävention ein: „Als reines Repara­tursystem wird unser Gesundheitswesen auf Dauer vor die Wand fahren“, sagte sie. Nötig sei daher, die sprechende und hausärztliche Medizin zu stärken. „Das muss schon bei den Auswahlkriterien für künftige Ärzte beginnen und sich auch im Studium nieder­schlagen“, so die Ministerin.

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Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Klinik, Praxis und Rehabilitation mahnte Peter Potthoff an, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Wir werden noch mehr zu tun bekommen, aber weniger Arztstunden haben. Das bedeutet, dass wir über die Sektorengrenzen hinweg besser kooperieren werden müssen.“ Potthoff nannte an dieser Stelle unter anderem die aktuellen Projekte zur Vereinfachung und Abstimmung beim Einweisungs- und Entlassmanagement zwischen Praxen und Kliniken.

Windhorst: Patientenfreundlcihes System erhalten
Die Qualität der Patientenversorgung betonte Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, gestern Abend bei einer Informationsveranstaltung mit Politikern verschiedener Parteien in Münster. Wir müssen unser patientenfreundliches Gesundheitssystem erhalten, denn es ist ein vernünftiges System, das hohe Behandlungsqualität sichert und Patienten große Freiheit bei der Wahl von Arzt und Leistungen bietet“, so Windhorst.

Eine neuerliche Absage erteilte er in diesem Zusammenhang den Plänen für eine Bürgerversicherung: Es sei irreführend, unter dem Aspekt der Gerechtigkeit für die Beitragszahler eine Bürgerversicherung zu fordern.

Denn eine weitaus schwierigere Gerechtigkeitsdebatte werde kommen, wenn sich unter den Bedingungen einer Einheits-Krankenversicherung eine Mehrklassen-Versorgung herausbilde, weil sich wirtschaftlich starke Patienten medizinische Zusatzleistungen hinzukaufen werden, wirtschaftlich schwache jedoch nicht, so der westfälische Ärztepräsident.

© hil/aerzteblatt.de

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