Politik

Künstliche Befruchtung: Krankenkasse zahlt Paaren bis 750 Euro

Freitag, 13. September 2013

Hamburg – Ungewollt kinderlose Paaren erhalten künftig von der Techniker Kranken­kasse (TK) für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung einen zusätzlichen Zuschuss von bis zu 750 Euro. Ab 1. Oktober übernimmt die Krankenkasse einen Zuschuss von 250 Euro für bis zu drei Behandlungsversuche, wie der TK-Verwaltungsrat am Freitag in Hamburg beschloss. Voraussetzung ist, dass beide Ehepartner bei der TK versichert sind. Das Bundesversicherungsamt als zuständige Aufsichtsbehörde müsse der Ergänzung der TK-Satzung noch zustimmen.

Mit dieser Satzungsleistung unterstützt die TK Ehepaare, die eine sogenannte In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durchführen lassen, wie es hieß. Laut Gesetz übernehmen die Krankenkassen die Hälfte der Kosten, die bei diesen Maßnahmen anfallen. Dadurch entstehen den betroffenen Versicherten zum Teil erhebliche finanzielle Eigenanteile. Mit dem Zuschuss will die TK nach eigenen Angaben diese finanzielle Belastung verringern.

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Seit 2004 werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung nicht mehr vollständig von den Kassen übernommen, sondern nur noch zur Hälfte und für die ersten drei Versuche. Die andere Hälfte und die Kosten für einen vierten, in aller Regel letzten Versuch, müssen die Paare selbst zahlen. Ihr Eigenanteil bei drei Behandlungen liegt damit bei bis zu 6.000 Euro, bei vier Versuchen beträgt er bis zu 10.000 Euro.

Seit einigen Jahren debattieren Bund und Länder darüber, wie die finanzielle Belastung der betroffenen Paare gelindert werden kann. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat vorgeschlagen, dass die Krankenkassen beim ersten bis dritten Versuch die Hälfte der Kosten übernimmt und Bund und Länder sich mit insgesamt 25 Prozent beteiligen.

Die behandelten Paare müssten dann nur noch ein Viertel der Kosten selbst zahlen. Bisher unterstützten Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen das Projekt. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie leiden bundesweit 1,5 Millionen Paare unter unerfülltem Kinderwunsch.kna

© hil/aerzteblatt.de

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