Ärzteschaft

Umfrage: Kinderärzte behandeln zunehmend psychische Probleme

Dienstag, 17. September 2013

Hamburg – Kinderärzte in Deutschland behandeln einer aktuellen Umfrage zufolge immer mehr Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten. Fast alle der befragten Mediziner (96 Prozent) berichten über steigende Zahlen in den vergangenen zehn Jahren, teilte die DAK-Gesundheit heute in Hamburg mit. „64 Prozent von ihnen sehen sogar eine starke Zunahme.“

Im Auftrag der Kasse befragte das Forsa-Institut bundes­weit 100 Kinder- und Jugend­ärzte zur Gesundheit von Kindern. Vor allem beim Start ins Schulleben sehen die Mediziner demnach eine Häufung psychischer Belastungen.

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„Fest steht: Jedes fünfte Kind in Deutschland hat psychische Probleme“, teilte die Kasse mit. Die Zahl der Betroffenen sei einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren zwar nicht gestiegen - Eltern seien aber bei psychischen Problemen ihrer Kinder sensibler geworden. „Sie gehen deshalb eher zum Kinderarzt als noch vor einigen Jahren“, erklärte der Psychologe Frank Meiners von der DAK-Gesundheit. „Bei Erwachsenen stellen wir seit einigen Jahren eine ähnliche Entwicklung fest.“

Auch Sprach- und Hörprobleme haben nach Einschätzung von 80 Prozent der befragten Mediziner im vergangenen Jahrzehnt zugenommen. Vor allem bei Kleinkindern zwischen drei und fünf Jahren stellten sie diese Entwicklung fest.

Als Gefahren für die Gesundheit der Kinder sehen die Ärzte neben einer zu intensiven Mediennutzung (98 Prozent) auch Bewegungsmangel (96 Prozent) und ungesunde Ernährung (92 Prozent). Eine fehlende Vorbildfunktion der Eltern gehört nach ihrer Ansicht ebenfalls zu den Risikofaktoren (89 Prozent). © dpa/aerzteblatt.de

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