Politik

Palliativ­medizinische Versorgung verbessert

Freitag, 20. September 2013

Rostock – Die Versorgung sterbenskranker Menschen, die sogenannte Palliativmedizin, hat sich nach Expertenansicht in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Wie der Rostocker Mediziner Christian Junghanß am Freitag beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Rostock sagte, gibt es inzwischen 194 stationäre Hospize und 257 Palliativstationen. Dazu kämen 1.750 ambulante Hospiz- und Palliativdienste. Trotzdem wiesen vor allem Flächenländer noch viele weiße Flecken auf der Landkarte aus. Dort gebe es keine Möglichkeit, dem oft geäußerten Wunsch von Patienten nach Sterben in der vertrauten Häuslichkeit nachzukommen.

Bis Ende 2012 hatten knapp 7.300 Ärzte die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erworben. Dies sei das ärztliche Fachgebiet mit der größten Zahl von Fortbildungen. Zudem hätten sich mehr als 16.500 Ehrenamtler der Pflege Sterbender verschrieben. Junghanß zeigte sich zuversichtlich, dass bei einer weiter zunehmenden Zahl von Fachkräften und Ehrenamtlern die Versorgung weiter verbessert werden kann. Dann wäre es wichtig, dass dies auch für Kinder angeboten werden kann. „Da sind die weiße Flecken noch viel größer.“

Anzeige

Unter den rund 800 Teilnehmern des Kongresses gebe es eine gewisse Zufriedenheit über die Fortschritte. „Wir haben das Sterben wieder in die Gesellschaft zurückgebracht“, sagte Junghanß. Damit nehme aber der Druck auf die Palliativmedizin weiter zu. Denn die Gesellschaft sei sich inzwischen einig, dass jeder den Anspruch auf ein würdevolles Sterben habe. Dann seien vor allem die ambulanten Teams schnell der Überforderung ausgesetzt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

15.08.16
Berlin – Als erheblichen Fortschritt für die stationäre Versorgung schwerkranker Menschen bewertet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) die neu definierten Mindestmerkmale für......
08.08.16
Hospizverband: Richtlinie soll Besonderheiten bei Kindern berücksichtigen
Berlin/Olpe – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sollte bei der Überarbeitung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege Aspekte der Kinderhospizarbeit stärker berücksichtigen. Das verlangt der......
06.06.16
Die meisten Patienten wollen zu Hause sterben
Berlin – Das Hospiz- und Palliativgesetz hat die Versorgung von Patienten am Ende ihres Lebens verbessert. Dafür gaben Experten auf dem BKK Tag 2016 des BKK Landesverbandes Mitte am Donnerstag in......
04.02.16
Köln – Die Malteser fordern mehr Geld für die Hospizbetreuung Jugendlicher. Dank medizinischen Fortschritts lebten auch Kinder mit unheilbaren Krankheiten immer länger und erreichten häufiger als......
22.01.16
Krebs: Studie vergleicht Krankenkosten in den letzten sechs Lebensmonaten
Philadelphia - Der Anteil der Krebspatienten, die im Akutkrankenhaus sterben, ist in Deutschland im internationalen Vergleich recht hoch, was laut einer Untersuchung im US-amerikanischen Ärzteblatt......
13.01.16
Krankenkassen müssen nur palliativ eingesetzte Mistelpräparate übernehmen
Kassel – Gesetzlich Versicherte haben keinen Anspruch darauf, dass ihre Kassen im Rahmen einer adjuvanten Krebstherapie ein nicht verschreibungspflichtiges anthroposophisches Mistelpräparat übernimmt.......
16.12.15
Mainz – Die Auseinandersetzung mit der letzten Lebensphase eines Menschen ist auf der Interdisziplinären Abteilung für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Mainz zwar sehr präsent, dennoch ist die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige