Medizin

Alzheimer-Diag­nostik: Bildgebende Verfahren nicht überschätzen

Dienstag, 24. September 2013

Dresden – Einen kritischen Blick auf die Bedeutung bildgebender Verfahren bei der Früherkennung und Vorhersage der Alzheimer-Krankheit hat die Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) angemahnt. „Zwar sind die modernen Verfahren extrem leistungs­fähig, sie liefern wertvolle Daten für die Forschung und sind ein wichtiger Bestandteil im diagnostischen Prozess“, sagte Richard Dodel, Co-Direktor der Klinik für Neurologie der Universität Marburg. Kritisch werde es allerdings, wenn Ärzte mit diesen Bildern auf Kundenfang gingen, wenn sie mehr versprächen, als sie halten könnten, und wenn diese Methoden zur Verunsicherung der Patienten führten, so Dodel.

Er bezog sich damit auf die Magnetresonanztomographie (MRT), die Positronen­emissionstomographie (PET) und die Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT). „Mit Beunruhigung“ haben Neurologen laut der DGN zur Kenntnis genommen, dass Privatversicherten und Selbstzahlern teure bildgebende Verfahren angeboten werden, die einen Blick in die Zukunft ermöglichen sollen.

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Die betreffenden Ärzte könnten sich dabei auf Studien berufen, in denen ein Zusammen­hang gezeigt wurde zwischen der Anhäufung von für die Alzheimer-Krankheit charak­teristischen Proteinfragmenten, dem sogenannten beta-Amyloid (A-beta, Aß), und der geistigen Leistungsfähigkeit.

„Allerdings ermittelten die Studien lediglich statistische Zusammenhänge“, erklärte Dodel. Die seien zwar für die Forschung und die Planung klinischer Studien äußerst wertvoll. „Für eine Vorhersage der Krankheit bei individuellen Patienten sind diese Bilder jedoch nur von begrenztem Nutzen“, so der Experte.

Er betonte, zur Diagnostik einer manifesten Alzheimer-Erkrankung gehörten zwar in der Regel auch bildgebende Verfahren, aber auch gezielten Fragen, Blut- und Gedächtnistests. „Wer glaubt, bei sich erste Anzeichen von Alzheimer festzustellen, sollte sich deshalb in die Hände eines in der Diagnostik und Therapie erfahrenen Neurologen oder Psychiaters begeben“, rät Dodel. © hil/aerzteblatt.de

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