Ausland

Hürden auf dem Weg zu mehr gesundheitlicher Eigenverantwortung

Freitag, 4. Oktober 2013

Bad Hofgastein – Die europäischen Bürger möchten mehr Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden übernehmen, wissen aber nicht wie. Das zeigt eine Untersuchung, die auf dem European Health Forum Gastein (EHFG) vorgestellt wurde. Im Rahmen der Studie wurden 2.000 Bürger in zehn EU-Ländern zu Themen wie Selbstmedikation, den Erhalt der persönlichen Gesundheit und dem Zugang zu Informationen und Fähigkeiten, die für das Umsetzen von mehr Eigenverantwortung nötig sind, befragt.

„Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen den eindeutigen Wunsch der Menschen, Self-Care zu nützen, um eine bessere Kontrolle über die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu erreichen“, sagte Jacqueline Bowman-Busato, Chefin von Epposi, einem in Brüssel stationierten Gesundheits-Thinktank.

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Demnach sehen fast 90 Prozent der Befragten Eigenverantwortung als wichtigen Bestand­teil der Gesunderhaltung und des Krankheitsmanagements. Trotzdem will die Mehrheit der Befragten bei Gesundheitsproblemen weiterhin als ersten Schritt ihren Hausarzt frequentieren. Weniger als 20 Prozent führen Lebensstiländerungen durch, noch weniger entscheiden sich für Selbstmedikation.

Eine wichtige Ursache für diese Kluft zwischen den Wünschen und der Praxis sehen die Studienautoren in dem individuellen Mangel an Vertrauen. Obwohl der Untersuchung zufolge viele Menschen Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen möchten, gab nur einer von sieben an, sich dabei ausreichend sicher zu fühlen.

Schwieriger Zugang zu verlässlichen Quellen
Eine weitere Ursache sei der schwierige Zugang zu verlässlichen Informationsquellen. Obwohl viele Menschen zuerst bei ihrem Hausarzt Rat suchen, meinten drei Viertel der Befragten, dass viele Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen nicht über ausreichende kommunikative Fähigkeiten verfügen, um ihnen helfen zu können.

Eine von fünf Personen nutzt das Internet als erste Informationsquelle. Das sind fast doppelt so viele wie jene, die ihren Apotheker fragen. „Mit recht einfachen Schritten ließe sich Self-Care besser nutzen“, erklärte Bowman-Busato. Eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz und das Anbieten von qualitativ hochwertigen Informationen wären sehr geeignete erste Schritte. Sie verwies zudem auf finanzielle Hürden: „Es sollte sichergestellt werden, dass Self-Care-Produkte und Serviceleistungen leicht zugänglich und bezahlbar sind.“ © hil/aerzteblatt.de

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