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„Die Seelenhygiene im Krankenhaus fördern“

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Berlin – Viele Klinikärzte stellen an sich selbst den Anspruch, frei von Fehlern sein zu wollen, was sie überfordern kann. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut rheingold im Auftrag der von dem Arzt und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen gegründeten Stiftung „Humor hilft Heilen“ durchgeführt hat.

Oft befassen sich Ärzte demnach auch nach Feierabend mit der Frage, ob sie richtig gehandelt haben. Für sie sei es wichtig, Rückzugsräume zu haben, in denen sie kurz innehalten und sich mit Kollegen austauschen können, meinte von Hirschhausen heute bei der Präsentation der Umfrageergebnisse in Berlin. Außerdem könne eine Auf­weichung der strengen Klinikhierarchie dazu führen, dass Ärzte, Pflegekräfte und Patienten als Team kooperieren – dies könne schlussendlich auch den Perfektion­sanspruch der Ärzte entkrampfen.

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Ziel der Umfrage war es, besser zu verstehen, wie Krankenhäuser die Menschen, die dort arbeiten, prägen und verändern.120 Ärzte, Pflegekräfte und Patienten wurden für die Umfrage interviewt.

Pflegekräfte neigen zur Überverantwortung
Pflegekräfte neigen dazu, eine Überverantwortung gegenüber dem Patienten zu entwickeln, heißt es in den Ergebnissen der Umfrage. Zudem falle es ihnen schwer, Patienten wieder los- und in ein selbstbestimmtes Leben zu entlassen. Dies führe bei einigen Pflegerinnen und Pflegern zu starken Belastungen.

Außerdem empfänden sie, dass ihre Arbeit zu wenig wertgeschätzt werde – auch in finanzieller Hinsicht. Für Pflegekräfte sei es zudem wichtig, dass berufsübergreifende Teamsitzungen durchgeführt würden, die den Teamgeist auf den Stationen stärken. Des Weiteren sollte der Verwaltungsaufwand seitens der Pflegekräfte reduziert werden, damit sie sich wieder mehr den Patienten widmen können.

Patienten erleben das Krankenhaus oft als Schicksalsmühle, in der ihr bisheriges Leben auf den Kopf gestellt wird, so von Hirschhausen. „Häufig wird den Patienten nicht die Sinnhaftigkeit eines Vorganges erklärt“, dies führe oftmals zu Unverständnis. Es sei wichtig, dass die Patienten genau wissen, was mit ihnen geschieht, da dies die Bereit­schaft erhöhe, aktiv an der eigenen Genesung mitzuwirken.

Hierfür müsse der Arzt eine plastische, für den Patienten gut zu verstehende Sprache verwenden. Außerdem dürfe Humor nicht zu kurz kommen. Gerade schambehaftete Situationen könne man so auffangen. „Nur, weil man heilsame Stimmung weniger messen kann als Blutdruck, heißt es nicht, dass sie für die langfristige Perspektive der Patienten weniger wichtig ist“, so von Hirschhausen.

„Es ist höchste Zeit, heilsame Faktoren wie Stimmung und Seelenhygiene im Krankenhaus genauso ernst zu nehmen, wie die Desinfektion. Denn Lachen ist ansteckend und gesund." © Ol/aerzteblatt.de

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