Medizin

Lungenkrebs: Bluttest könnte Biopsien vermeiden

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Seattle – Ein neuentwickelter Test, der 13 vom Tumor induzierte Proteine nachweist, konnte in einer Studie in Science Translational Medicine (2013;5: 207ra142) bei unklaren CT-Befunden häufig ein Bronchialkarzinom ausschließen, was vielen Patienten eine riskante Probenentnahme ersparen könnte.

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Die Crux des Lungenkrebsscreenings besteht darin, dass nur einer von fünf in der Computertomographie entdeckten Knoten maligne ist und dass Biopsien aus anato­mischen Gründen häufig riskant sind. In den letzten Jahren wurde vergeblich nach Biomarkern gesucht, die die Treffsicherheit des Screenings verbessern könnte. Gesucht wird ein Test mit einem hohen negativen Vorhersagewert, wobei 90 Prozent in der Regel als Minimum gelten, um nicht zu viele Krebserkrankungen zu übersehen.

Der Biomarker, den Xiao-jun Li von Integrated Diagnostics in Seattle und Mitarbeiter vorschlagen, erzielte in einer ersten Validierung sogar einen negativen Vorhersagewert von 94 Prozent. Der Test besteht aus 13 Proteinen. Er wurde in einem mehrschichtigen Auswahlverfahren aus 371 Proteinen ausgewählt, die Wissenschaftler in den letzten Jahren in Bronchialkarzinomen nachgewiesen hatten.

Nur als Gruppe erzielten die Proteine einen befriedigenden negativen Vorhersagewert von über 90 Prozent. Er besagt, dass Patienten mit einem positiven Testergebnis zu weniger als 10 Prozent tatsächlich einen Lungenkrebs haben. Diese Fehlerquote wird als vertretbar eingestuft, da die Probenentnahme bei Lungentumoren mit erheblichen Risiken verbunden ist.

Zwölf der 13 Proteine konnten die Forscher auf die Wirkung von vier Transkriptions­faktoren zurückführen, die den Stoffwechsel des Tumors, die Lungenentzündung oder den oxidativen Stress beeinflussen. Bei einem Protein rätseln die Experten noch. Für die Eignung beim Lungenkrebsscreening ist allerdings die Funktion der Marker unwesentlich. Entscheidend wird sein, ob sich die Ergebnisse in multizentrischen Studien bestätigen lassen. © rme/aerzteblatt.de

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