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Uniklinik Erlangen klagt wegen Schließung des Lebertransplan­tationszentrums

Freitag, 18. Oktober 2013

Erlangen – Die Uniklinik Erlangen geht gerichtlich gegen die drohende Schließung ihres Lebertransplantationszentrums vor. Der Klinikvorstand habe am Freitag Widerspruch gegen einen Bescheid des Bayerischen Gesundheitsministeriums beim Verwaltungsgericht Ansbach eingelegt, sagte Kliniksprecher Johannes Eissing.

Wäre der Bescheid von Ende September rechtskräftig geworden, hätte die Uniklinik von Januar an keine Lebern mehr transplantieren dürfen. Die Eingriffe könnten nun zunächst fortgesetzt werden. Mit der Klage wolle man Zeit gewinnen, um die „strukturpolitische Grundsatzentscheidung juristisch überprüfen zu lassen”, erklärte Eissing.

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Nach den Verstößen gegen Richtlinien zur Organtransplantation hatte in Bayern eine Expertenkommission Verbesserungs­vorschläge erarbeitet. Deren Sprecher Ferdinand Mühlbacher hatte eine Reduzierung der fünf bayerischen Lebertrans­plantations­zentren auf drei vorge­schlagen. Neben Erlangen müssen auch zwei der drei Zentren in München dicht machen.

Die Entscheidung gegen Erlangen sei nicht nachvollziehbar, sagte der Kliniksprecher. „Neben Bremen wäre die Metropolregion Nürnberg dann die einzige ohne ein solches Zentrum.” Erlangen habe zudem die zweitlängste Warteliste bei Lebertransplantationen. Seit 1992 seien hier 362 Lebern verpflanzt worden – in diesem Jahr habe es sechs solcher Eingriffe gegeben.

Die vergleichsweise niedrigen Transplantationszahlen gaben unter anderem den Ausschlag, den Standort Erlangen zu hinterfragen. Der Direktor des Uniklinikums Heinrich Iro hält dagegen: „Seit bundesweit Manipulationen bekanntwurden, gibt es allgemein einen Rückgang von Organspenden.” In Erlangen seien jedoch keine nennenswerten Verstöße festgestellt worden. © dpa/aerzteblatt.de

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