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Ultraschall­gesellschaft stellt Qualitäts­standards für die Frucht­wasserentnahme vor

Dienstag, 29. Oktober 2013

Bonn – Qualitätsstandards für die Amniozentese hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) vorgestellt (Ultraschall in der Medizin 2013; 34: 435–440). Bislang kommt es nach Angaben der Fachgesellschaft bei ein bis zwei von 200 Schwangeren in Folge der Punktion zu einer Fehlgeburt.

„Wenn erfahrene Untersucher die Amniozentese konsequent unter Ultraschallkontrolle durchführen und dabei auch die mütterlichen Risikofaktoren beachten, kann die Abortrate bis auf 0,2 Prozent gesenkt werden“, erklärt Ulrich Gembruch, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am Universitätsklinikum Bonn. Demnach wäre nur noch eins von 500 Kindern der Gefahr einer Fehlgeburt ausgesetzt.

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Gemeinsam mit der DEGUM-Sektion Gynäkologie und Geburtshilfe hat Gembruch in Empfehlungen zu der Untersuchung formuliert. Auch für die sogenannte Chorionzottenbiopsie, einer Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen, haben die Mediziner hierbei Qualitätsstandards erarbeitet.

Beide Methoden sind heute fester Bestandteil der vorgeburtlichen Diagnostik. Ärzte empfehlen sie unter anderem bei Auffälligkeiten des Ultraschallbefundes oder bei einem erblich bedingten Risiko für genetische Erkrankungen.

Amniozentese erst ab der 16. Schwangerschaftswoche
„Nehmen Ärzte den Eingriff unter Ultraschallkontrolle vor, sinkt das Verletzungsrisiko für das Kind“, erklärt Gembruch. Entscheidend sei zudem der Zeitpunkt der Untersuchung: Demnach sollte die Chorionzottenbiopsie nicht vor der elften, die Amniozentese erst ab der 16. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden.

„Zu einem früheren Zeitpunkt ist die Amniozentese mit einer wesentlich höheren Rate an Aborten verbunden, und es kommt häufiger zur Bildung von Klumpfüßen“, erklärt Gembruch. Die Experten der DEGUM empfehlen, zuvor durch eine Ultraschall­untersuchung die genaue Schwangerschaftswoche festzustellen. Der Arzt sollte dabei zugleich auch die Lage des Mutterkuchens und die Fruchtwassermenge ermitteln und so die geeignete Einstichstelle festlegen.

Erfahrung des Unetrsuchers sehr wichtig
Laut DEGUM ist die Erfahrung des Untersuchers besonders wichtig. Er sollte bereits rund 500 Eingriffe dieser Art durchgeführt haben. Neben den ärztlichen Fähigkeiten hänge das Komplikationsrisiko aber auch von der Mutter ab. So haben stark übergewichtige Frauen oder Raucherinnen mit einem Konsum von mehr als zehn Zigaretten täglich laut der Fachgesellschaft ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko.

Auch eine hohe Anzahl vorhergehender Geburten oder Fehlgeburten könne die Gefahr erhöhen. Einen besonderen Stellenwert sollte die Beratung im Vorfeld der Untersuchung einnehmen, betont die DEGUM. „Die Eltern müssen über die Möglichkeiten und Grenzen des Eingriffs Bescheid wissen und über die Risiken, die damit verbunden sind“, so Gembruch.

© hil/aerzteblatt.de

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