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Afgis rät zur Vorsicht bei Gesundheits-Apps

Montag, 4. November 2013

Hannover – Bei Gesundheits-Apps immer auch in das Kleingedruckte zu schauen empfiehlt das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) eV zusammen mit der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH und anderen.

Laut den Organisationen gibt es rund 200.000 Apps mit Gesundheitsinhalten für Smartphones und Tablet-Computer. Zwar könnten sie die Gesundheitskompetenz ihrer Nutzer steigern, den Patienten in den Behandlungsverlauf einbeziehen und zum Teil Kosten sparen, „allerdings bringt der Einsatz dieser Technologie auch unkalkulierbare Risiken mit sich, weil es für Produzenten keine verbindlichen Vorgaben bei der Herstellung gibt“, so afgis und ZTG.

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Ein geregeltes Verfahren gebe es für nur Apps, die vom Hersteller als Medizinprodukt eingestuft werden, zum Beispiel weil sie in Kombination mit einem Messgerät ausgelobt werden. Sie seien meldepflichtig und würden von so genannten benannten Stellen wie dem TÜV geprüft. Für die zentrale Erfassung und Bewertung von Risiken ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zuständig. „Die Mehrzahl der Apps wird aber nicht als Medizinprodukt in den Verkehr gebracht. Deshalb ist es nötig, dass Nutzer selbst kritisch prüfen, ob eine App bestimmte Mindestanforderungen erfüllt“, so afgis und ZTG.

Die Nutzer sollten vor dem Download einer App prüfen:

  • Enthält sie Angaben über den Hersteller, zum Beispiel Impressum, Autoren, und Aktualität der Daten?
  • Gibt es ausreichende Angaben über das Produkt, zum Beispiel zu Tests und Studien, bekannten und behobenen Störungen, Systemvoraussetzungen und Kosten?
  • Existieren Angaben zum Datenschutz?
  • Gibt es Angaben zu Finanzierung und zum Thema Werbung?
  • „Sollten die genannten Angaben nicht vollständig vorliegen, empfiehlt es sich, beim Anbieter nachzufragen“, empfehlen die Telematik-Organisationen.

Herstellern empfehlen sie ein Muster für die standardisierte Beschreibung von Gesundheits-Apps, welches das PLRI MedAppLab des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik in Hannover entwickelt hat. © hil/aerzteblatt.de

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