Politik

Bayern: SPD-Gesundheits­expertin fordert mehr Personal für die Pflege

Montag, 11. November 2013

München – Die SPD-Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner fordert von der Staatsregierung tatkräftiges Einschreiten gegen den befürchteten Pflegenotstand. „Beim Pflegepersonal sind die Unzufriedenheit mit dem Beruf und der Krankenstand bereits jetzt extrem hoch“, sagte die Vorsitzende des neuen Gesundheitsausschusses im Landtag. Sie forderte für Krankenhäuser und andere Pflegeeinrichtungen einen Personal­schlüssel, wie es ihn für Bayerns Kindergärten bereits gibt. „Wir müssen einen verlässlichen Maßstab entwickeln.“

Nach dem Pflegereport 2030 der Bertelsmann-Stiftung könnte in Bayern die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 um die Hälfte steigen - in München ist laut Studie sogar eine Verdopplung möglich. In einer weiteren Studie der bayerischen Wirtschaft („Pflegelandschaft 2030“) wird ein deutschlandweiter Zusatzbedarf von 737.000 Pflegekräften bis 2030 prognostiziert.

Anzeige

Deswegen verlangt die SPD einen Bericht von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) über mögliche Gegenmaßnahmen. „Die Frage ist, ob wir in Bayern genügend Krankenpflegekräfte ausbilden“, sagte Sonnenholzner. Voraussetzung für die Personalplanung seien genaue Berechnungen des jetzigen Personalstands und des künftigen Bedarfs.

Bayern hängt beim Thema Gesundheit wie alle anderen Bundesländer stark von den Vereinbarungen ab, die Union und SPD bei ihren Koalitionsverhandlungen in Berlin treffen. „Die Zuständigkeit des Bundes ist immer das Damoklesschwert, das über allem hängt“, sagte Sonnenholzner dazu. Das dürfe jedoch keine Rechtfertigung für Untätigkeit der Staatsregierung sein. „Es gibt genug, was wir auf Landesebene tun können.“ © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

25.07.16
Pflege: Brandenburg droht Fachkräftemangel
Potsdam – Bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen droht Brandenburg in den kommenden Jahren ein erheblicher Fachkräftemangel. Wie das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im......
20.07.16
München – Der Ministerrat in Bayern hat gestern das Startsignal für 22 neue Bauvorhaben an bayerischen Krankenhäusern gegeben. Das Gesamtfördervolumen beläuft sich auf rund 349 Millionen Euro, wie das......
20.07.16
Magdeburg – Die Pflege alter Menschen ist in Sachsen-Anhalt eine boomende Branche, ein Ende des Wachstums nicht in Sicht. Doch Altenpfleger werden dringend gesucht. Im Schnitt dauert es nach Angaben......
15.07.16
Augsburg – Die künftige Augsburger Universitätsklinik erhält für 106 Millionen Euro ein neues Intensivzentrum. Der Grundstein für den Anbau des bislang noch von Stadt und Landkreis Augsburg getragenen......
13.07.16
München – Erst gestern hat das bayerische Kabinett beschlossen, im Freistaat keine verpflichtende Pflegekammer zu gründen, sondern eine Interessenvertretung „Vereinigung der bayerischen Pflege“ ins......
12.07.16
Bayern: Kabinett beschließt neue Vereinigung für Pflegekräfte
München – Nach jahrelangem Hickhack haben die Pflegekräfte im Freistaat nun eine neue Interessenvertretung. Das Kabinett beschloss heute die Einrichtung einer sogenannten „Vereinigung der bayerischen......
11.07.16
Bad Staffelstein – Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat ihr Ziel bekräftigt, im ganzen Freistaat Krisendienste für Menschen in psychischen Notsituationen zu schaffen. Das betonte sie......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige