Politik

Unheilbar Kranke verschweigen Ärzten den Wunsch nach Sterbehilfe

Donnerstag, 14. November 2013

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München – Menschen mit einer unheilbaren Krankheit haben öfter Gedanken an Suizid und Sterbehilfe, als ihre Ärzte ahnen. Das meint Ralf Jox vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Eine entsprechende Studie ist in der Zeitschrift Amyotrophic Lateral Sclerosis and Frontotemporal Degeneration erschienen (doi:10.3109/21678421.2013.837928). „Der Wunsch, vorzeitig aus dem Leben zu scheiden, ist ein großes Tabu in der Beziehung zwischen Arzt und Patient“, so der Wissenschaftler.

Jox hat 66 Patienten mit einer amyotrophen Lateralsklerose befragt. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereits darüber nachgedacht hätten, sich das Leben zu nehmen. Jeder zweite Befragte kann sich vorstellen, einen Arzt um Hilfe bei der Selbsttötung zu bitten. Doch mit ihren Ärzten hatte keiner von ihnen je darüber gesprochen.

„Das Ergebnis könnte bei Patienten mit anderen tödlich verlaufenden Krankheiten ähnlich aussehen, beispielsweise mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung in fortgeschrittenem Stadium oder mit Tumorerkrankungen, für die es keine Therapiemöglichkeiten gibt“, sagte Jox.

Vor allem die Angst, was in der Zukunft auf sie zukommen könnte, Einsamkeit sowie das Gefühl, eine Belastung für die Angehörigen zu sein, lösten Suizidgedanken aus. Angehörigen gegenüber äußerten sich Patienten offener darüber, was für diese eine große Herausforderung und Belastung sei. „Patienten mit tödlich verlaufenden Krankheiten und ihre Angehörigen brauchen viel mehr Unterstützung und psychosoziale Beratung“, so das Fazit des Wissenschaftlers. © hil/aerzteblatt.de

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