Medizin

Influenza-Schnell­test vermindert Überdiagnostik und Antibiotika­einsatz

Montag, 18. November 2013

Salt Lake City – Der Einsatz von Influenza-Schnelltests in Notaufnahmen könnte überflüssige Labortests und den Antibiotikaeinsatz vermindern. Anne Blaschke und Wissenschaftler der University of Utah School of Medicine berichten im Journal of the Pediatrics Infectious Diseases Society über den möglichen Wert eines Schnelltests bei Influenzaverdacht (http://dx.doi.org/10.1093/jpids/pit071 ).

Der frühzeitige Einsatz von Neuraminidase-Hemmern kann die Krankheitsdauer bei einer Influenza verringern. Zuverlässige Labormethoden wie die PCR aber sind teuer und oft zu zeitaufwendig für eine frühzeitige Diagnose. Günstige Influenza-Schnelltests sollen diese Lücken schließen.

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Grundprinzip ist ein Immunassay, welches Antikörper in Sekreten der Nasen- und Rachenschleimhaut nachweist. Schwächen dieser Schnelltests liegen insbesondere in der geringen Sensitivität. Nach Angaben der Arbeitsgruppe liegen sie für die saisonale Influenza zwischen 18 und 71 Prozent. Dennoch sei der positiv prädiktive Wert während der Influenzazeit hoch.

Die Forscher werteten Daten der National Hospital Ambulatory Medical Care Survey aus, die zwischen 2007 und 2009 in Notfallaufnahmen aus allen Bundesstaaten der USA erhoben wurden. In rund 1,3 Millionen Fällen wurde eine Influenza bei den Patienten diagnostiziert. In 42 Prozent dieser diagnostizierten Fälle wurde der Schnelltest als zusätzliche Diagnostik eingesetzt. Insgesamt wurde der Schnelltest bei 4,2 Millionen Patienten der Studienkohorte angewendet.

Besonders deutlich waren die Effekte der Schnelltestung in der Therapie der Influenza­patienten. In der Patientengruppe, die den Schnelltest erhielt, wurden nur halb so viele Antibiotika verschrieben (11 versus 23 Prozent), während die Einleitung einer antiviralen Therapie fast dreimal häufiger erfolgte (19 versus 56 Prozent).

Ergänzende Diagnostik wie Röntgen und Labortests wurde in Fällen des Schnelltests weniger häufig eingesetzt (45 versus 53 Prozent). Eine Subgruppenanalyse mit 8.000 Patienten zeigte, dass bei positivem Testergebniss in 93 Prozent der Fälle tatsächlich eine Influenza vorlag und bei negativem in 98 Prozent der Fälle nicht.

Die Arbeitsgruppe hält den Einsatz eines Schnelltest in erster Linie für eine zusätzliche Absicherung einer klinischen Diagnose. Der Schnelltest könnte laut der Arbeitsgruppe die Bereitschaft der behandelnden Ärzte erhöhen, eine antivirale Therapie einzuleiten. © hil/aerzteblatt.de

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malledoc
am Montag, 18. November 2013, 15:16

Was soll der ......?

Schön der Schnelltest. Interessant ist aber die (wohl kaum vorhandene) klinische Wirkung der Neuramidasehemmer. Weder Zanamivir noch Oseltamivir scheinen mir zur Behandlung einer Influenza geeignet. Oder gibt es Belege - evidence based?
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