Politik

Hebammen klagen über weiter steigende Haftpflichtprämien

Montag, 18. November 2013

Karlsruhe – Für viele Hebammen wird die Geburtshilfe aufgrund weiter steigender Haftpflichtprämien unbezahlbar. Wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) heute in Karlsruhe mitteilte, steigen die Prämien zur Berufshaftpflichtversicherung zum 1. Juli nächsten Jahren erneut um mehr als 20 Prozent. Damit müssten in der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen wahrscheinlich mehr als 5.000 Euro im Jahr für die Versicherung bezahlen. Für 2015 habe der Versicherer bereits weitere Erhöhungen angekündigt.   

„Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett“, warnte Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Diese Situation werde sich mit der Prämienerhöhung nochmals verschärfen. Der Hebammenverband dringt daher auf gesetzgeberische Lösungen. Denkbar sei zum Beispiel ein staatlich finanzierter Haftungsfonds, der die Kosten über einer bestimmten Haftungsobergrenze übernimmt, erklärte Klenk. Nötig sei zudem eine Regressdeckelung für die Forderungen der Sozialversicherungsträger.   

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Erst im vergangenen Jahr war die Vergütung für die Hebammen nach langwierigen Verhandlungen erhöht worden, nachdem die Haftpflichtprämien in die Höhe geschossen waren. Laut Hebammenverband haben sich die Prämien in den vergangenen zehn Jahren etwa verzehnfacht. Betroffen sind in erster Linie jene rund 3.000 freiberuflichen Hebammen, die noch klassische Geburtshilfe anbieten.  

Der Grund für den Prämienanstieg liegt laut DHV nicht an einer Zunahme teurer Behandlungsfälle, sondern an steigenden Regressforderungen der Sozialver­sicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern. Laut Verband bietet nur noch ein einziges Versicherungskonsortium eine Berufshaftpflicht für Hebammen an.  

In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 18.000 Hebammen. Nur ein Teil davon ist fest angestellt, etwa in Kliniken. 60 Prozent arbeiten freiberuflich, wobei das Gros gar keine Geburten mehr betreut. Viele bieten nur noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung für Frauen an. © afp/aerzteblatt.de

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