Ausland

OECD: Regierungen kürzen Gesundheitsausgaben in der Krise

Freitag, 22. November 2013

Paris – In elf von 33 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die Gesundheitsausgaben pro Kopf zwischen 2009 und 2011 gesunken. Den stärksten Rückgang gab es in den Ländern, die von der Krise am meisten betroffen waren. Das stellt die OECD im aktuellen Gesundheitsbericht Health at a Glance 2013 fest. Diese Entwicklung mache es noch wichtiger, dass die Länder ihre Gesundheitssysteme leistungsfähiger und bezahlbarer machen, hieß es aus der Organisation.

Am stärksten sanken dem Bericht zufolge die Gesundheitsausgaben in Griechenland (um 11,1 Prozent) und in Irland (um 6,6 Prozent). Ebenfalls zurück gingen sie unter anderem in Portugal, England, Dänemark, Spanien, Italien und Österreich. In den USA kam es zu einer Verlangsamung der Wachstumsrate von 3,4 in der letzten Dekade auf 1,3 Prozent zwischen 2009 und 2011.

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In Deutschland blieb die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate seit 2000 stabil mit 2,1 Prozent. Im Vergleich zur letzten Dekade zugenommen hat die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate nur in zwei der 33 OECD-Länder: Israel (auf 3,4 Prozent) und Japan (auf 4,9 Prozent).

Laut Bericht haben die Regierungen in den Ländern mit sinkenden Ausgaben Kosten für Medikamente reduziert, Löhne gekürzt und Kliniken budgetiert. Mehr als drei Viertel der OECD-Länder berichteten außerdem von Einsparungen bei Präventionsprogrammen. Die OECD sieht dies mit Sorge: Kurzfristige Einsparungen bei der Prävention von Übergewicht, Alkohol- und Nikotinmissbrauch hätten einen negativen Einfluss auf die Gesundheitsentwicklung.

Die OECD beklagt, dass Einschnitte in der Gesundheitsfürsorge und höhere Zuzahlungen für Patienten den Zugang zum Gesundheitssystem beeinträchtigen. Quer durch die OECD-Länder seien die niedrigen Einkommensgruppen am stärksten von den Einsparungen betroffen. Dies könnte dazu führen, dass die Patienten Medikamente abgesetzten oder Check-ups bei chronischen Erkrankungen nicht mehr wahrnähmen. © hil/aerzteblatt.de

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