Politik

Altenpflege: 150 junge Chinesen machen Ausbildung in Baden-Württemberg

Montag, 25. November 2013

Stuttgart – China will im kommenden Jahr bis zu 150 Landsleute vor allem nach Baden-Württemberg schicken, damit sie eine Ausbildung in der Altenpflege absolvieren. Das kündigte der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Hansjörg Böhringer, in Stuttgart an. Beide Länder müssten sich auf die alternde Gesellschaft einstellen. „Wir suchen keine billigen Arbeitskräfte“, betonte er.

Böhringer verwies darauf, dass die jungen Leute nach dem Abschluss ihrer Qualifizierung langfristig in das Reich der Mitte zurückkehren sollten, um dort entsprechende Strukturen mitaufzubauen. Damit unterscheidet sich das Modellprojekt grundlegend von bisherigen Aktionen, bei denen Leute aus dem Ausland angeworben wurden, um hierzulande den Fachkräftemangel mitaufzufangen. Alleine im Südwesten fehlen laut dem Wohlfahrtsverband mindestens 20 000 Pflegekräfte.

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Von den 1,35 Milliarden Chinesen sind den Angaben zufolge neun Prozent 65 Jahre und älter. Die künftigen Auszubildenden lernten gerade Deutsch und hätten in ihrem Heimat­land bereits eine Lehre als Krankenschwester absolviert.

Mit von der Partie ist auch das 1990 gegründete und in Stuttgart ansässige Deutsch-Chinesische Sozialwerk. Dessen Geschäftsführer Rainer Dold sagte, früher hätten sich in China Kinder um ihre Eltern gekümmert. Doch auch dort brächen die traditionellen Familienverbände auf, was zu Problemen bei der Versorgung führe. Der Aufbau eines Pflegesystems in China befinde sich noch im Anfangsstadium.

Das Sozialwerk will sich mit um die Integration der Chinesen kümmern sowie um deren Unterbringung. Sie sollen auch während ihrer Ausbildung Deutschkurse besuchen. Der theoretische Unterricht findet voraussichtlich in einer Altenpflegeschule in Hausach im Schwarzwald statt, der praktische Teil in entsprechenden Einrichtungen. Start sei der 1. September 2014, sagte Böhringer. Seit acht Jahren tauschten sich das Land und die Provinz Jiangsu zu Themen wie demografischer Wandel oder Versorgung und Pflege alter Menschen aus. © dpa/aerzteblatt.de

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