Vermischtes

Palliativversorgung: Bessere Abstimmung mit Pflegeberatern wünschenswert

Montag, 25. November 2013

Berlin – Fehlende Kommunikation zwischen Pflegeberatern und Mitarbeitern von Palliativteams führt in der Versorgung zu Problemen. „Häufig wissen Palliativversorger nicht, welche Angebote die gesetzlich verankerte Pflegeberatung umfasst, und die Pflegeberater wissen umgekehrt nicht, was Hospizarbeit oder spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Detail leisten.“ Darauf wies Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung, kürzlich auf einer Fachtagung zum Thema der zukunftsorientierten Zusammenarbeit von Pflegeberatern und Palliativversorgern hin. 

Hintergrund: Seit 2009 haben Versicherte, die Pflegeleistungen beanspruchen, ein gesetzlich verankertes Recht auf Pflegeberatung. Das gilt auch für Bürger, die einen Antrag auf Pflegeleistung gestellt haben und Hilfe benötigen. Die Beratung übernehmen in der Regel Mitarbeiter der Pflegekassen. Sie informieren über das vorhandene Leistungsangebot. Für privat Pflegeversicherte hat der Verband der Privaten Kranken­versicherung (PKV) ein eigenständiges Beratungskonzept entwickelt. Seit 2009 übernimmt die Compass Private Pflegeberatung GmbH bei Bedarf die Information für die Unternehmen der PKV.

In einer Erläuterung des Bundesgesundheitsministeriums heißt es zur Pflegeberatung: „Grundsätzlich ist es das Ziel, das Zusammenwirken aller Kräfte, insbesondere im ambulanten Bereich, zu verbessern. Je besser die ambulante Versorgung, desto größer die Chance, dass die vollstationäre Versorgung vermieden werden kann.“

Anzeige

Praktische Umsetzung noch problematisch
Auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) haben schwerstkranke Versicherte ebenfalls seit 2009 nach dem Sozialgesetzbuch Anspruch. Die konkrete Umsetzung in der Versorgung bereitet jedoch immer wieder Probleme, auch in der Abgrenzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV). „Alle Beteiligten müssen eine einheitliche Qualität anstreben“, forderte Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, während der Tagung. „Die inhaltliche Abgrenzung zwischen der allgemeinen und der spezialisierten Palliativversorgung muss getroffen werden.“

Sitte verwies darauf, dass es zudem große Unterschiede in der Palliativversorgung zwischen den einzelnen Bundesländern gebe. Um eine bundesweit einheitliche Versorgungsqualität zu sichern, müssten Begrifflichkeiten genauer definiert und die Leistungserbringer veröffentlicht werden. Auch bei der Übernahme der Kosten sei mehr Transparenz vonnöten. Oftmals sei ungeklärt, welche Kostenträger der gesetzlichen Krankenversicherung oder der PKV welche Behandlungen übernähmen. © Ol/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

09.09.16
Leipzig – Eine bessere medizinische Versorgung todkranker Menschen in ländlichen Regionen haben Experten gefordert. Dort sei eine palliative Begleitung auf hohem Niveau bislang oft nur schwer zu......
15.08.16
Berlin – Als erheblichen Fortschritt für die stationäre Versorgung schwerkranker Menschen bewertet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) die neu definierten Mindestmerkmale für......
08.08.16
Hospizverband: Richtlinie soll Besonderheiten bei Kindern berücksichtigen
Berlin/Olpe – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sollte bei der Überarbeitung der Richtlinie zur häuslichen Krankenpflege Aspekte der Kinderhospizarbeit stärker berücksichtigen. Das verlangt der......
06.06.16
Die meisten Patienten wollen zu Hause sterben
Berlin – Das Hospiz- und Palliativgesetz hat die Versorgung von Patienten am Ende ihres Lebens verbessert. Dafür gaben Experten auf dem BKK Tag 2016 des BKK Landesverbandes Mitte am Donnerstag in......
04.02.16
Köln – Die Malteser fordern mehr Geld für die Hospizbetreuung Jugendlicher. Dank medizinischen Fortschritts lebten auch Kinder mit unheilbaren Krankheiten immer länger und erreichten häufiger als......
22.01.16
Krebs: Studie vergleicht Krankenkosten in den letzten sechs Lebensmonaten
Philadelphia - Der Anteil der Krebspatienten, die im Akutkrankenhaus sterben, ist in Deutschland im internationalen Vergleich recht hoch, was laut einer Untersuchung im US-amerikanischen Ärzteblatt......
13.01.16
Krankenkassen müssen nur palliativ eingesetzte Mistelpräparate übernehmen
Kassel – Gesetzlich Versicherte haben keinen Anspruch darauf, dass ihre Kassen im Rahmen einer adjuvanten Krebstherapie ein nicht verschreibungspflichtiges anthroposophisches Mistelpräparat übernimmt.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige