Politik

Ausgaben der Kassen für Prävention gesunken

Montag, 25. November 2013

Berlin– Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr insgesamt weniger Geld für die Gesundheitsförderung ausgegeben, zugleich aber mehr in Präventions­projekte in Betrieben und Schulen investiert. 2012 flossen rund 238 Millionen in Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten, wie der Spitzenverband der Kassen (GKV) und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) am Montag in Berlin mitteilten. 2011 investierten die Kassen mit rund 270 Millionen Euro insgesamt noch deutlich mehr in die Prävention.  

Pro Versichertem gaben die Kassen 2012 im Schnitt 3,41 Euro aus. Das seien mehr als der gesetzlich vorgeschriebene Richtwert von 2,94 Euro, erklärten die Verbände. Gestärkt worden sei die Gesundheitsförderung in Betrieben, Kitas und Schulen. So gaben die Kassen vier Millionen Euro zusätzlich für Präventionsprojekte etwa zum Stressabbau am Arbeitsplatz aus als im Vorjahr. Dadurch seien Arbeitnehmer in rund 8.000 Betrieben erreicht worden.  

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Auch für Gesundheitsprojekte in Kindertagesstätten, Schulen und Wohngebieten gaben die Kassen demnach 21 Prozent mehr Geld aus, um vor allem sozial benachteiligte Menschen zu erreichen.  

Hingegen ist die Zahl der Teilnehmer bei Kursen etwa zur Ernährung, Stressbewältigung und Raucherentwöhnung 2012 erneut auf rund 1,3 Millionen gesunken. Die Kassen gaben dafür rund 164 Millionen Euro aus und damit knapp 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung sei politisch gewollt, weil der Schwerpunkt auf der betrieblichen Gesundheitsförderung und den sogenannten Lebenswelten wie Kitas liege, betonten GKV und MDS.  

Im Falle einer gemeinsamen Koalition wollen Union und SPD die Prävention stärken, um Volkskrankheiten besser vorzubeugen. Die bisherigen Pläne sehen vor, dass die Kassen ab 2015 die Ausgaben für die Gesundheitsförderung auf sieben Euro je Versichertem erhöhen und dann weiter um jährlich einen Euro auf maximal zehn Euro.  

„Wenn die nächste Bundesregierung das Thema Präventionsgesetz wieder auf die Agenda setzt, muss sie deutlich stärker als bisher alle beteiligten Akteure in die finanzielle Pflicht nehmen“, forderte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. Die gesetzliche Krankenversicherung komme bislang für etwa die Hälfte der Gesamtausgaben im Präventionebereich auf. © afp/aerzteblatt.de

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