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Medizintechnik: Strategieprozess wird fortgesetzt

Donnerstag, 28. November 2013

Düsseldorf – Der 2011 von der Bundesregierung initiierte nationale Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ soll weiter fortgeführt werden. Das bekräftigten Vertreter der an dem Prozess beteiligten drei Ministerien – Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), Gesundheit (BMG) und Bildung und Forschung (BMBF) – sowie von Verbänden bei einer Expertendiskussion während der Medica in Düsseldorf.

Aus Sicht von Stefan Kapferer, Staatssekretär im BMWi, stehen dabei zwei Fragen im Vordergrund, nämlich wie Forschungsförderung noch zielgerichteter gestaltet und der Fachkräftemangel beseitigt werden können. Die Ausrichtung auf den Export sei dabei zwingend. Vor allem der asiatische Markt ist laut Kapferer für die deutsche Medizin­technikbranche wichtig.

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Fördervolumen für kleinere und mittlere Unternehmen verdoppelt
Bärbel Brumme-Bothe, Ministerialdirektorin des BMBF, verwies darauf, dass ihr Minis­terium allein für kleine und mittlere Unternehmen das Fördervolumen in dem Bereich im Jahr 2013 von zehn auf 20 Millionen Euro verdoppelt habe. Zudem kündigte sie ein umfangreiches Förderprogramm für Medizintechnik im nächsten Jahr an, das vor allem bedarfsorientiert ausgerichtet sei. Im Frühjahr werde eine Ausschreibung zur individualisierten Medizintechnik starten. Zudem sei eine Strategiekonferenz im Sommer geplant.

Thomas Ilka, Staatssekretär im BMG, hob unter den Stichwörtern Daten, Innovationen und Brüssel drei Themen hervor: So habe man durch das Versorgungsstrukturgesetz den Morbi-RSA-Datensatz für die Versorgungsforschung geöffnet. Das Deutsche Institut für Dokumentation und Information sei beauftragt worden zu prüfen, welche Routine­daten aus der GKV hierfür verfügbar gemacht werden könnten.

Innovationen schneller in den Markt bringen
Mit der Erprobungsregelung gebe es zudem ein Instrument, um Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen. Zum Hintergrund: Der Gemeinsame Bundesausschuss kann Erprobungsrichtlinien zu neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden beschlie­ßen, deren Nutzen zwar noch nicht hinreichend belegt ist, die aber Potenzial für eine Behandlungsalternative bieten.

In Brüssel schließlich engagiere sich das BMG bei der Diskussion um schärfere Regeln für Medizinprodukte in der Europäischen Union (EU). Dabei wandte sich Ilka explizit gegen eine zentrale Regulierung für Medizinprodukte ähnlich wie für Arzneimittel: „Es nützt niemandem, wenn wir irgendwelchen Regulierungsbestrebungen hinterherjagen – Stichwort zentral organisierte Behörde.“

Prozessschritte im System verbessern
Vielmehr sei zu fragen, was nütze der Patientensicherheit wirklich? „Wir müssen die Prozessschritte im System verbessern, etwa die Qualität bei den Benannten Stellen anheben.“ Zur ausstehenden Entscheidung des EU-Rates zur Medical Device Regulation meinte der Staatssekretär, die Diskussion im Rat sei noch nicht abgeschlossen und eine Entscheidung noch nicht „spruchreif“. Die Qualität der Diskussion müsse aber vor Schnelligkeit gehen, so Ilka.

Im Hinblick auf einen Systemvergleich berichtete Christian Erbe vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, dass China das europäische Zulassungssystem für Medizinprodukte einführen wolle, weil das in den USA geltende FDA-System zu langsam sei. Innerhalb der EU müsse das bestehende System optimiert, aber nicht gewechselt werden, forderte er. © KBr/aerzteblatt.de

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